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Bombe in U-Bahn : Steckt der IS wirklich hinter dem Anschlag in London?

  • Aktualisiert am

U-Bahn-Haltestelle Parsons Green in London: In einer der Bahnen explodierte an der Station am Freitag eine Bombe. Bild: AFP

Der „Islamische Staat“ hat sich des Anschlags auf eine Londoner U-Bahn selbst bezichtigt. Doch nach Ansicht eines Experten spricht einiges gegen diese Theorie.

          Der Terrorismusforscher Peter Neumann hält es nicht für gesichert, dass der „Islamische Staat“ hinter dem Anschlag vom Freitag auf die Londoner U-Bahn steckt.  „Selbstmord ist für den IS zwar kein Selbstzweck, doch eigentlich setzt nur noch Al Qaida auf Sprengstoffanschläge, bei denen die Täter verschont bleiben“, sagte er der F.A.S. Der IS hatte sich der Tat am Freitag selbst bezichtigt, der Experte hält das Bekennerschreiben jedoch nicht zwingend für authentisch. Gegen einen IS-Hintergrund spreche außerdem, dass die Gruppe in ihrer Propaganda in den letzten Jahren verstärkt für Angriffe mit Fahrzeugen und anderen Alltagsmitteln geworben hat.

          Dazu passen auch die bisherigen Anschläge in diesem Jahr, die eindeutig auf den IS zurückgehen. „Eine Bombe ist schwierig zu bauen, auch wenn es Anleitungen im Internet gibt“, sagte Neumann, der am Londoner King's College lehrt, der F.A.S. „Der Sprengsatz hat nicht richtig funktioniert, weshalb der Anschlag in den Internetforen der Dschihadisten auch nicht besonders gefeiert wird“, sagte er der F.A.S.

          Der Anschlag war am Freitag in einer voll besetzten U-Bahn nahe der Londoner U-Bahn-Haltestelle Parsons Green verübt worden. In einem der Waggons war eine selbstgebaute Bombe explodiert, wodurch 29 Menschen verletzt worden sind.

          Seitdem fahndet Scotland Yard mit einem Großeinsatz nach den Attentätern. Ein Tatverdächtiger wurde am Samstagmorgen in Dover festgenommen. In Großbritannien gilt weiterhin die höchste Terrorwarnstufe.

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