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Star der Jugend : Sie nennen ihn Thailands Macron

Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, wäre er vielleicht Ministerpräsident von Thailand: Thanathorn Juangroongruangkit. Bild: Reuters

Ein 40 Jahre alter Politiker will die Militärherrschaft in Thailand abschütteln – doch das macht ihn zum Ziel politischer und juristischer Angriffe. Seine Mission könnte ihn gar ins Gefängnis bringen.

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          Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, dann wäre er jetzt vielleicht schon der Ministerpräsident von Thailand. Doch anstatt im Regierungssitz empfängt der Politiker und Unternehmer Thanathorn Juangroongruangkit Journalisten nun in seinem Privathaus. Der 40 Jahre alte Milliardär und Politiker wohnt mit seiner Familie in einer Villa am Stadtrand von Bangkok. Im Vorgarten stehen ein Trampolin und auf der Fußmatte vor der Tür Kinderschuhe. Thanathorn sitzt im Inneren der Villa an einem Esstisch hinter einem Laptop und einem Stapel von Papieren. Für das Interview erhebt er sich und nimmt am anderen Ende des Tisches Platz. Der Familienvater beschönigt seine derzeitige Lage nicht. „Wenn sie mich ins Gefängnis stecken wollen, dann ist es so. Ich werde nicht weglaufen“, sagt Thanathorn.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Tatsächlich sieht es ernst aus. Mittlerweile laufen schon mehr als ein Dutzend Gerichtsverfahren gegen ihn, andere Mitglieder und die Partei. Die Militärs wollen ihn und seine Mitstreiter politisch ausschalten. Der Grund ist das erstaunlich gute Ergebnis, das seine neugegründete „Future Forward Party“ bei der Parlamentswahl im März erreicht hat. Sie war auf Anhieb drittstärkste Kraft geworden, direkt hinter der Partei Palang Pracharat, die der Ministerpräsident und General a.D. Prayuth Chan-ocha vor der Wahl gegründet hatte, und der altbekannten Pheu Thai, die vom im Exil lebenden ehemaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra unterstützt wird.

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