Warum der Stadtrat von Minneapolis die Polizei auflösen will
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Protestierende vor einem brennenden Polizeirevier in Minneapolis Bild: AFP
Wie lässt sich der Rassismus in der amerikanischen Polizei bekämpfen? Eine Mehrheit im Stadtrat von Minneapolis plädiert für eine radikale Lösung: Die Auflösung der Polizeibehörde. Wie das in der Praxis aussehen soll, ist jedoch unklar.
Muriel Bowser wollte kürzlich demonstrieren, wie entschlossen sie sei, sich Donald Trump entgegenzustellen. Am Freitag ließ die Bürgermeisterin Washingtons einen Abschnitt der 16th Street im Regierungsviertel in „Black Lives Matter Plaza“ umbenennen, jenen Abschnitt vor dem Lafayette Park am Weißen Haus, den Polizei und Militär kürzlich für einen Auftritt des Präsidenten gewaltsam räumten. Auf den Asphalt ließ Bowser in großen gelben Lettern schreiben: „Black lives matter“ („Schwarze Leben zählen“), den Namen einer Protestbewegung gegen Polizeigewalt. Tags darauf fügten Aktivisten der Bewegung hinzu: „Defund the Police“.
Den Polizeibehörden aufgrund von institutionalisiertem Rassismus die Finanzierung zu entziehen, ist freilich eine Forderung, die der Afroamerikanerin Bowser zu weit geht, zumindest in ihrer Absolutheit. Mit dem Slogan sind allerdings unterschiedliche Konzepte verbunden. Nur radikale Vertreter der Bewegung vertreten wirklich die Auffassung, dass Amerikas Städte ohne Polizei auskommen. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat nach Wochen der Proteste eine politische Debatte über die Notwendigkeit einer grundlegenden Polizeireform zur Folge.
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