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Staatsminister Michael Roth : „Ich kann die Aufregung nicht verstehen“

Michael Roth hält eine neutrale Rolle Deutschlands für „historisch falsch und politisch brandgefährlich.“ Bild: Picture-Alliance

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt unterstützt im Interview den harten Russland-Kurs von Außenminister Heiko Maas. Nur so könne der Westen als Verhandlungspartner ernst genommen werden.

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          Herr Staatsminister, warum kritisiert die SPD eigentlich ihren eigenen Außenminister dafür, in der Frage der Russland-Sanktionen die EU zusammengehalten zu haben?

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Ich freue mich über die Diskussion. Wir brauchen in der SPD eine Klärung in der Frage der Beziehungen des Westens zu Russland, die sich dramatisch verschlechtert haben. Wie wollen wir mit dem schwierigen Nachbarn umgehen? Ich kann die Aufregung bisweilen nicht verstehen, weil ich weder bei Heiko Maas noch bei mir selbst den Eindruck habe, dass sich durch unsere Haltung Möglichkeiten zum Dialog verschließen, im Gegenteil: Angesichts der verheerenden Lage in Syrien und der anhaltenden russischen Blockade im UN-Sicherheitsrat zuletzt auch nach dem Chemiewaffeneinsatz des Assad-Regimes ist eine klare Sprache die Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt substantielle Fortschritte erzielen können – und als Verhandlungspartner ernstgenommen werden.

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