Verbot von Chemie-Dünger :
Verfehlte Öko-Wende verschärft Sri Lankas Krise

Von Till Fähnders, Gampaha
Lesezeit: 5 Min.
Aufgebracht: Demonstranten am Dienstag in Colombo
Die Polizei schießt in Sri Lanka auf Demonstranten. Das Volk wirft der Regierung Misswirtschaft vor. Dazu gehört auch der missglückte Schwenk auf Bio-Anbau.

Der Boden im Bezirk Gampaha, etwa eine Stunde Fahrt von der Hauptstadt Colombo entfernt, eignet sich den Bauern zufolge ausgesprochen gut für den Anbau von Ananas. Doch das, was sich derzeit auf den Feldern befindet, lässt zu wünschen übrig. Der Bauer deutet auf ein Gewächs, das auf seinem Feld steht. „Das ist eine gesunde Pflanze, aber die Frucht ist zu klein“, sagt der 38 Jahre alte Bauer Jeevan Mahesh, der zwischen den Pflanzenreihen auf einem abschüssigen Feld steht. Über ein Kilogramm werde diese Frucht wohl nicht kommen, sagt er. Das ist aber die Schwelle, von der an er einen höheren Preis verlangen kann. Als Ursache für das mangelnde Wachstum macht der Bauer den fehlenden Dünger verantwortlich. „Wir sind ein kommerzieller Betrieb, wir können nicht allein auf organischen Dünger setzen“, sagt er. Er schätzt, dass er bei dieser Ernte 30 bis 40 Prozent weniger Ertrag einfahren wird.

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