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Sri Lanka : Ex-Militärchef Rajapakse beansprucht Wahlsieg für sich

  • Aktualisiert am

Gotabaya Rajapaksa: Sri Lankas wahrscheinlicher nächster Präsident Bild: AP

In Sri Lanka zeichnet sich ein Machtwechsel ab. Der frühere Militärchef erklärt sich zum Wahlsieger. Der Kandidat der Regierungspartei räumt seine Niederlage ein.

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          Sri Lankas ehemaliger Militärchef Gotabhaya Rajapakse hat den Sieg bei der Präsidentschaftswahl für sich beansprucht. „Es ist ein klarer Sieg“, sagte sein Sprecher Keheliya Rambukwella am Sonntag. Rajapakse werde morgen oder übermorgen vereidigt. Der 70-Jährige lag nach Auszählung von fast sechs Millionen Stimmen bei 49,6 Prozent, Sajith Premadasa von der Regierungspartei UNP bei 44,4 Prozent. Premadasa räumte seine Niederlage ein.

          Beobachter hatten ein enges Rennen zwischen Premadasa und dem Oppositionskandidaten Rajapakse erwartet, dessen umstrittener Bruder Mahinda das Land bis 2015 mit eiserner Hand regierte. Kritiker sahen in Rajapakses Kandidatur den Versuch, den Ex-Präsidenten wieder an die Macht zu bringen.

          Premadasa gratulierte seinem Kontrahenten zum Wahlsieg. „Es ist mir eine Ehre, die Entscheidung des Volkes anzuerkennen“, erklärte er.

          Für die Absicherung des Wahlgangs in dem südasiatischen Inselstaat wurden rund 85.000 Polizisten mobilisiert. Zur Wahl aufgerufen waren fast 16 Millionen Wahlberechtigte. Überschattet wurde die Wahl am Samstag von gewalttätigen Zwischenfällen. Ein Bus-Konvoi mit Wählern der muslimischen Minderheit wurde nach Polizeiangaben beschossen und mit Steinen beworfen.

          In der Tamilen-Hochburg Jaffna im Norden des Landes wurden zudem zehn Männer festgenommen, die nach Einschätzung der Polizei „Ärger machen wollten“. Im April war das Urlauberparadies Sri Lanka von Anschlägen islamischer Fundamentalisten erschüttert worden, bei denen 269 Menschen getötet wurden.

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