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Spionageaffäre : Lauschangriff „made in Switzerland“

Aufklärung mit Hilfe von Chiffriergeräten? Nach dem Attentat auf die Berliner Diskothek „La Belle“ 1986 Bild: akg images / Peter Hebler

BND und CIA nutzten manipulierte Chiffriermaschinen aus der Schweiz, um andere Staaten auszuhorchen. Das Land, das sich gerne als neutraler politischer Makler sieht, fürchtet wegen der „Cryptoleaks“-Affäre um seinen Ruf.

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          Die Schweiz gilt aufgrund ihrer politischen Neutralität als ehrlicher und verlässlicher Makler, wenn es darum geht, zwischen zwei Konfliktparteien zu vermitteln. So läuft zum Beispiel der Austausch zwischen den verfeindeten Lagern in Teheran und Washington über Schweizer Kanäle. Auch wirtschaftlich profitiert die Eidgenossenschaft ganz gehörig davon, dass sie nicht eindeutig einem bestimmten Lager zuzuordnen ist.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Doch dieser gute und bisher überaus einträgliche Ruf des Landes droht nun durch eine spektakuläre Spionageaffäre Schaden zu nehmen. In deren Mittelpunkt steht die Firma Crypto AG, ein Hersteller von Chiffriermaschinen aus dem Kanton Zug. Nach Recherchen von ZDF, der „Washington Post“ und dem Schweizer Fernsehen SRF wurde dieses Unternehmen über Jahrzehnte vom Bundesnachrichtendienst (BND) und vom amerikanischen Geheimdienst CIA gesteuert.

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