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Bedingungen für Dialog : Rohani warnt Trump vor „Mutter aller Kriege“

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Der iranische Staatschef Hassan Rohani ist für Gespräche mit Amerika. Er warnte am Dienstag aber auch, dass Krieg mit Iran „die Mutter aller Kriege“ sei. Bild: dpa

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sind in den vergangenen Wochen gewachsen. Der iranische Präsident betont nun seine Bereitschaft zu Gesprächen – unter einer Bedingung.

          Der iranische Präsident Hassan Rohani hat die Bereitschaft seines Landes zum Dialog mit Amerika unterstrichen. Als Voraussetzung nannte Rohani am Dienstag in einer Ansprache im iranischen Fernsehen allerdings die Aufhebung sämtlicher amerikanische Sanktionen gegen Iran. „Die Islamische Republik Iran befürwortet Gespräche und Verhandlungen“, sagte Rohani. Wenn die Vereinigten Staaten wirklich mit Iran sprechen wollten, sollten sie aber „vor allem anderen alle Sanktionen“ aufheben.

          Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Zarif hatte allerdings im Juli ein von dem amerikanischen Senator Rand Paul übermitteltes Angebot abgelehnt, sich mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Zarif bestätigte an diesem Montag entsprechende Medienberichte.

          Rohani verlangt Entgegenkommen Washingtons

          Ihm sei gesagt worden, dass amerikanische Sanktionen gegen ihn persönlich verhängt würden, sofern er das Gesprächsangebot nicht akzeptiere, sagte Zarif. Tatsächlich hatte die amerikanische Regierung dann in der vergangenen Woche Sanktionen gegen den iranischen Außenminister erlassen.

          Rohani sagte nun nach einem Treffen mit Zarif, wenn die Vereinigten Staaten den Dialog mit Iran wollten, müssten sie „dafür den Weg bereiten“. Dieser Weg bestehe darin, „zu bereuen“. Der iranische Staatschef betonte: „Frieden mit Iran ist die Mutter aller Frieden“ und „Krieg mit Iran ist die Mutter aller Kriege“.

          Ähnlich hatte sich Rohani bereits in der Vergangenheit geäußert. Im Juli des vergangenen Jahres drohte er den Vereinigten Staaten mit einer Blockade der Ölexport-Routen am Persischen Golf und sagte: „Die Amerikaner sollten aber wissen, dass Frieden mit Iran die Mutter aller Frieden ist (...) genauso wie ein Krieg die Mutter aller Kriege wäre“, sagte er. Wenige Wochen zuvor, im Mai 2018, war Trump aus dem Atomabkommen mit Iran ausgestiegen.

          Dass die Vereinigten Staaten zu dem internationalen Abkommen zurückkehren, machte Rohani am Dienstag allerdings nicht zur Vorbedingung für Gespräche. Trump hat sich wiederholt für Gespräche mit Teheran ausgesprochen. Er verfolgt allerdings zugleich eine Politik des „maximalen Drucks“ auf Teheran.

          Massive Sanktionen gegen Iran

          Seit seinem Ausstieg aus dem Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms hat die amerikanische Regierung massive Wirtschaftssanktionen gegen Teheran in Kraft gesetzt. Sie treffen die iranische Wirtschaft hart.

          Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran haben sich in den vergangenen Wochen erheblich verschärft. Ende Juni führte der Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch die iranischen Revolutionsgarden über der Straße von Hormuz fast zu einer militärischen Konfrontation.

          Zudem setzte Iran zuletzt wiederholt Tanker in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormuz fest. Die Vereinigten Staaten planen deshalb eine internationale Marinemission zum Schutz der Schifffahrt in dieser Meeresstraße.

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