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„Nuestra Madre de Loreto“ : Fischerboot mit Migranten darf nicht anlegen

Migranten an Bord der „Nuestra Madre de Loreto“ Bild: AP

Ein spanisches Fischerboot mit geretteten Flüchtlingen an Bord hängt seit mehreren Tagen im Mittelmeer fest. Trotz schwerer See will kein Land das Schiff aufnehmen – auch Madrid hält an seiner neuen harten Linie fest.

          Seit dem vergangenen Donnerstag suchen zwölf afrikanische Migranten an Bord eines spanischen Fischerbootes vergeblich nach einem Land, das sie aufnimmt. Die „Nuestra Madre de Loreto“ aus der spanischen Hafenstadt Alicante hatte sie rund 80 Kilometer vor der libyschen Küste an Bord genommen. Sie waren von ihrem Schlauchboot ins Wasser gesprungen, als die Küstenwache sie zurück nach Libyen bringen wollte.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          „Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor der Rückkehr nach Libyen“, zitierte am Mittwoch die Zeitung „El País“ einen jungen Sudanesen, der angeblich zuvor ein Jahr lang unter schlimmen Bedingungen in Libyen im Gefängnis war. Auch andere berichteten von Misshandlungen in dem nordafrikanischen Land.

          Ein sicheres Aufnahmeland?

          Nach Angaben des Kapitäns verweigern Italien und Malta seinem völlig überbelegten Schiff mit 13 Besatzungsmitgliedern, das Hilfsorganisationen mit dem Nötigsten versorgten, trotz schwerer See die Landung. Spanien will den libyschen Behörden nur dabei helfen, die Migranten aus Niger, Sudan, Somalia, Ägypten und Senegal nach Libyen zurückzubringen, weil das der nächste Hafen sei. Das lehnen die Afrikaner jedoch vehement ab. Nach Ansicht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und vieler Menschenrechtsorganisationen ist Libyen kein sicheres Aufnahmeland.

          Die Regierung in Madrid behält damit ihre neue harte Linie bei. Im August hatte sie mehr als hundert Afrikaner nach nur 24 Stunden nach Marokko zurückgeschickt, die den Grenzzaun rund um die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta überwunden hatten.

          Das bedeutete einen Kurswechsel, denn nach dem erfolgreichen Misstrauensvotum im Juni hatte die sozialistische Minderheitsregierung unter Pedro Sánchez zunächst die Migrationspolitik geändert: 630 Migranten auf dem von Italien abgewiesenen Rettungsschiff „Aquarius“ durften in Valencia an Land. Später folgten noch weitere Migranten, die vor der libyschen Küste in Sicherheit gebracht worden waren.

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