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Streit um Erinnerung : Franco darf umgebettet werden

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Das „Tal der Gefallenen“ soll nicht mehr Francos Ruhestätte sein. Bild: dpa

Die Gebeine des früheren spanischen Diktators Francisco Franco sollen auf einen Friedhof im Norden Madrids überführt werden. Bisher liegen sie in einem Mausoleum im sogenannten Tal der Gefallenen.

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          Das oberste spanische Gericht hat grünes Licht für die Umbettung der sterblichen Überreste des früheren Diktators Francisco Franco (1892-1975) gegeben. Es wies am Dienstag den Einspruch der Familie gegen den Plan der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zurück, die in einem Mausoleum im  „Tal der Gefallenen“ nordwestlich von Madrid ruhenden Gebeine auf einen Friedhof am Nordrand Madrids zu überführen. Die sechsköpfige Kammer habe den Beschluss einstimmig gefasst, teilte das Gericht im Anschluss mit.

          Die Familie Franco hatte sich gegen die Umbettung auf den Friedhof El Pardo-Mingorrubio gewehrt. Sie wäre nur mit einer Beisetzung in einem familieneigenen Grab in der Almudena-Kathedrale mitten in Madrid einverstanden gewesen. Dies wollte die Regierung auf keinen Fall zulassen, da sie dort keinen Pilgerort für Franco-Anhänger schaffen wollte.

          General Franco hatte im Sommer 1936 gegen die Regierung der spanischen Republik geputscht. Aus dem Umsturzversuch wurde ein fast dreijähriger Bürgerkrieg, den Franco – auch mit deutscher Unterstützung – 1939 gewann. Er regierte Spanien bis an sein Lebensende im November 1975. Nach seinem Tod leitete König Juan Carlos den Übergang zur Demokratie mit ersten freien Wahlen 1977 ein.

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