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Korruptionsvorwürfe : Juan Carlos und das Zimmer voller Geldscheine

Vom Heilsbringer zum Skandalmacher: Juan Carlos ist heute vor allem nur noch wegen seines Reichtums in aller Munde, die Mehrheit der Spanier der Monarchie überdrüssig. Bild: AP

Einst führte er sein Volk zur Demokratie. Dann lebte er in zweifelhaftem Wohlstand. Nun sind viele Spanier der Monarchie überdrüssig.

          4 Min.

          Bei seiner Ankunft im Exil wurde Juan Carlos von einem Paparazzo fotografiert. Zu sehen war Spaniens früherer König, wie er sich am Flughafen von Abu Dhabi die Gangway eines Privatflugzeugs hinuntermühte: das Gesicht hinter einer Corona-Maske verborgen, die Hände an das Geländer geklammert. Heimlich, wie ein Dieb, hatte sich der 82 Jahre alte Monarch am 3. August aus seinem Heimatland geschlichen, dem er einst half, zur Demokratie zu werden. Fast vierzig Jahre lang war er spanischer König. Dann, nach seiner Abdankung, kamen die Korruptionsvorwürfe.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Als er in Abu Dhabi aus dem Flugzeug stieg, lief schon ein Ermittlungsverfahren gegen ihn, im November wurden zwei weitere eröffnet. Die Ermittler wollen wissen, aus welchen Quellen er seit Jahren seinen barocken Lebensstil finanziert. Es geht um dreistellige Millionensummen, den Verdacht auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Über seine Anwälte ließ Juan Carlos mitteilen, er werde selbstverständlich mit den Justizbehörden kooperieren. Noch liegt keine Anklage gegen ihn vor.

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