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Stark steigende Neuinfektionen : Spaniens Gesundheitsminister erhöht den Druck auf Madrid

In Madrid registrieren einige Viertel mehr als 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen. Bild: dpa

Salvador Illa hat die konservative Regionalregierung aufgefordert, den größten Teil der Hauptstadtregion umgehend unter Quarantäne zu stellen. Die Zentralregierung schließt nicht aus, die Kontrolle über Madrid zu übernehmen.

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          Die spanische Zentralregierung schließt nicht aus, die Kontrolle über Madrid zu übernehmen. Angesichts der unaufhörlich steigenden Zahl der Neuinfektionen im europäischen Zentrum der Pandemie hat der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa die konservative Regionalregierung aufgefordert, den größten Teil der Hauptstadtregion mit knapp sieben Millionen Einwohnern umgehend unter Quarantäne zu stellen.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte am Freitag jedoch nur die bisher bestehenden Ausgangsbeschränkungen von 37 auf 45 sogenannte Gesundheitsbezirke ausgeweitet. Mehr als eine Million Einwohner dürfen ihre Wohnviertel nur noch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder für den Gang zum Arzt verlassen.

          Er rufe die Regionalregierung auf, „ihre Positionen zu überdenken, es besteht eine sehr ernste Gefahr, achten Sie auf die Wissenschaft“, mahnte der Gesundheitsminister Salvador Illa, was in Spanien als ein Ultimatum verstanden wurde. Man warte noch ab und ziehe „einen geordneten Rückzug der Notwendigkeit vor, extremere Maßnahmen ergreifen zu müssen“, zitierte am Sonntag die Zeitung „La Vanguardia“.

          Sollte die Regionalregierung nicht einlenken, könnte die Zentralregierung den Alarmzustand für Madrid ausrufen, den das Parlament billigen müsste. Auch mit der Hilfe des Gesetzes über das öffentliche Gesundheitswesen könnte sich das Gesundheitsministerium ermächtigen, Maßnahmen zu ergreifen sowie Ressourcen und Beamte einschließlich der Sicherheitskräfte zu mobilisieren.

          In Madrid registrieren einige Viertel mehr als 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen. Führende Virologen sind besorgt über den politischen Streit und verweisen auf die Krankenhäuser und Intensivstationen, die bereits an ihre Kapazitätsgrenze geraten seien.

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