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Spanien : Zweiter Toter nach Eta-Anschlag geborgen

  • Aktualisiert am

Die beiden Toten wurden schlafend im Auto erdrückt Bild: dpa

Nach dem Anschlag der baskischen Terrororganisation Eta auf den Madrider Flughafen ist das zweite Todesopfer geborgen worden. Unterdessen stellte die Polizei im Norden Spaniens abermals große Mengen Sprengstoff sicher.

          In Madrid ist am Freitag morgen unter den Trümmern des Parkhauses auf dem Flughafen der Leichnam des zweiten Opfers gefunden worden. Der neunzehn Jahre alte Diego Armando Estacio war wie sein am Vortag geborgener Landsmann Carlos Palate schlafend in seinem Auto erdrückt worden.

          Die beiden Männer, die als illegale Zuwanderer nach Spanien gekommen waren, hatten erst im vorigen Jahr im Zuge der von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero durchgesetzten Amnestie, eine offizielle Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis erhalten. Ihre Familien sollen nun, so wie spanische Terroropfer, jeweils 240.000 Euro Schadenersatz erhalten. Angehörige, die das wollen, können auch nach Angaben der Regierung die spanische Staatsbürgerschaft beantragen.

          Anscheinend wieder Sprengstoff sichergestellt

          In der nordspanischen Provinz Vizcaya entdeckte die Polizei anscheinend abermals eine größere Menge Sprengstoff. Wie der Rundfunksender Cadena Ser am Freitag berichtete, wurden 30 Kilogramm Sprengstoff in der Nähe des Ortes gefunden, an dem schon tags zuvor 90 Kilogramm sichergestellt worden waren. Ein Sprecher der Polizei bestätigte den neuen Fund jedoch noch nicht. Die Ermittlungen am Fundort vom Donnerstag würden fortgesetzt, hieß es nur.

          Die baskische Polizei hatte am Donnerstag in der Nähe eines Autos in Atxondo, etwa 30 Kilometer südöstlich von Bilbao, Material für eine zweite große Bombe der Terrororganisation Eta entdeckt. In der Nähe eines verlassenen Autos, in welchem sich ebenfalls Chemikalien für die Herstellung von Sprengsätzen befanden, konnte in einem Versteck der Sprengstoff sichergestellt werden. Die Bombe war nach dieser Darstellung „einsatzbereit“. Es habe nur noch ein Zünder gefehlt.

          Sozialisten wollen Selbstkritik üben

          Die Polizei nimmt an, dass die Bande diesen Sprengstoff für einen Anschlag schon an Heiligabend auf dem Madrider Flughafen vorbereitet habe. Am Tag davor kauften die Terroristen im Baskenland auch das Mobiltelefon, welches später für die Warnungen der Attentäter benutzt wurde.

          Weil aber am 23. Dezember in der Nähe des Lagers in der Ortschaft Atxondo ein weiteres Waffen- und Dynamitdepot entdeckt wurde, gaben die „Etarras“ allem Anschein nach das Fahrzeug mit den falschen Nummernschildern und den Sprengstoff an gleicher Stelle auf, und transportierten Dynamit aus einer anderen Quelle in die spanische Hauptstadt. Das habe zu einer Verzögerung des Verbrechens bis zum Tag vor Sylvester geführt.

          Der stellvertretende Vorsitzende der regierenden Sozialisten, José Blanco, rief angesichts des Anschlags von Madrid zur Selbstkritik auf. Der bisher beschrittene Weg müsse analysiert werden, sagte Blanco am Freitag gegenüber Cadena Ser. Bei einem Geheimtreffen Mitte Dezember sei die Regierung offensichtlich falsch informiert worden. Die Eta-Vertreter hätten versichert, dass der Waffenstillstand noch einige Monate andauern werde. Die Regierung unter Ministerpräsident Zapatero hatte einen Dialog mit der Eta angekündigt, nachdem diese im März einen „dauerhaften Waffenstillstand“ erklärt hatte.

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