https://www.faz.net/-gpf-a2o1e

Spanien : 2000 Soldaten sollen Infektionsketten nachverfolgen

  • Aktualisiert am

Künftig sollen sie Infektionsketten nachverfolgen: Spanische Soldaten, hier bei der Kontrolle der Ausgangssperre in Cerceda im April Bild: dpa

Die am stärksten von Corona betroffenen Regionen in Spanien klagten über Personalmangel im Kampf gegen das Virus. Nun reagiert die spanische Regierung.

          1 Min.

          Angesichts steigender Corona-Fallzahlen will die spanische Regierung nun auch die Armee im Kampf gegen die Pandemie einsetzen. „Die spanische Regierung stellt den Regionen Kräfte der Armee zur Verfügung“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag in einer Fernsehansprache. Rund 2000 Soldaten sollen demnach bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zum Einsatz kommen. Damit reagiert die Regierung auf Klagen über Personalmangel im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den am schwersten betroffenen Regionen.

          Für die Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sind die spanischen Regionen zuständig. Sie entscheiden daher über einen Einsatz von Soldaten.

          Sánchez betonte, dass die Regionalregierungen die Zentralregierung außerdem um die Verhängung eines Notstands über ihr gesamtes Gebiet oder Teile davon bitten könnten. Auf dieser Grundlage könnte die Bewegungsfreiheit der Bürger eingeschränkt werden. Von Mitte März bis Ende Juni hatte in Spanien ein landesweiter Ausnahmezustand mit im internationalen Vergleich sehr strengen Einschränkungen gegolten.

          Spanien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Am Montag überschritt das Land die Schwelle von 400.000 nachgewiesenen Infektionen, mehr als 28.800 Infizierte starben. Die derzeit am schwersten betroffenen Regionen sind Madrid, Aragón und Katalonien.

          Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez
          Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez : Bild: dpa

          Regierungschef Sánchez sagte in seiner Ansprache, das aktuelle Infektionsgeschehen sei „besorgniserregend“, aber „weit entfernt von der Lage Mitte März“. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Pandemie wieder die Kontrolle über unser Leben übernimmt“, sagte Sánchez. Vielmehr müssten die Spanier „die Kontrolle übernehmen, diese zweite Kurve brechen“. Dabei dürften die Bürger es nicht zulassen, dass die „Angst uns lähmt und daran hindert zu handeln“.

          Das Auswärtige Amt hatte wegen der hohen Infektionszahlen Mitte August eine Reisewarnung für das spanische Festland und Balearen-Inseln wie Mallorca und Ibiza ausgegeben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Beträchtlicher Umfang: AVP verarbeitet rund 72 Millionen Rezepte im Jahr.

          AVP-Insolvenz : Schwerer Schlag für viele Apotheken

          Die Insolvenz des Rezeptabrechners AVP hat viele Apotheken in Existenznot gebracht. Voraussichtlich werden sie wohl nicht bevorzugt ausgezahlt – und könnten dadurch viel Geld verlieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.