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Verlängerter Ausnahmezustand? : Schon wieder droht Spanien eine Katastrophe

Vor der Wiedereröffnung: Herrenausstatter in Madrid Bild: dpa

Das spanische Königreich ist ohnehin so polarisiert wie selten zuvor. Jetzt droht ihm eine Rezession, die noch schlimmer ist als die der Finanzkrise.

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          Die Spanier müssen sich noch lange in Geduld üben. Zum fünften Mal wird am Mittwoch der Ausnahmezustand verlängert. Erst Ende Juni soll nach dem Willen der  Regierung die "neue Normalität" erreicht sein, die immer noch weit vom Alltag vor Corona entfernt sein wird. Die meisten Spanier haben sich schnell und diszipliniert in die drastischen Einschränkungen gefügt. Für die Familien war es schon eine große Erleichterung, dass ihre Kinder nach sechs Wochen wieder an die frische Luft durften: maximal eine Stunde am Tag, höchstens einen Kilometer von zu Hause entfernt und nur mit einem Elternteil. Spielplätze, Schulen und die meisten Parks sind bis heute geschlossen.

          In Spanien ist klar, wohin man auf keinen Fall zurückwill. Für Verschwörungstheorien blieb keine Zeit, als die Pandemie das Land überrollte. Die Zahlen und die täglichen Horrorbilder reichten aus. In einem Eispalast der Hauptstadt stand Sarg neben Sarg. Hunderte Patienten kämpften im Notlazarett in den riesigen Madrider Messehallen um ihr Leben. Soldaten entdeckten in Altersheimen die Leichname von vernachlässigten Bewohnern in ihren Betten. Bis zu 2,3 Millionen Spanier haben sich möglicherweise infiziert, fast 28.000 sind gestorben. Kinder haben in wenigen Wochen Eltern und Großeltern verloren.

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