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Neue Proteste in der Nacht : Barcelona versinkt im Chaos

  • Aktualisiert am

Demonstranten halten die „Esteladas“-Flagge hoch, die als Symbol der Unabhängigkeit Kataloniens gilt. Bild: EPA

Nach der Verurteilung von katalanischen Unabhängigkeitskämpfern gehen Demonstranten in Barcelona seit Tagen auf die Straße. In der Nacht eskalieren die Proteste abermals. Es fliegen Steine, die Polizei wehrt sich mit Tränengas.

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          Bei den Protesten von Unabhängigkeitsbefürwortern in Barcelona ist die Gewalt am Freitagabend eskaliert. Radikale Separatisten, die Barrikaden errichtet hatten, warfen Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Im Stadtzentrum gab es chaotische Szenen.

          Die Lage verschärfte sich am späten Abend, nachdem es bereits in den Stunden zuvor Ausschreitungen in der katalanischen Hauptstadt und andernorts gegeben hatte.

          Demonstranten entzünden Feuer

          Nahe der Polizeizentrale Barcelonas entzündeten junge Demonstranten ein riesiges Feuer – es stieg dicker, schwarzer Rauch auf. Brände gab es auch nahe des Plaza de Catalunya am Ende der Touristenmeile Las Ramblas, wo sich hunderte Demonstranten der Polizei entgegenstellten. Diese versuchte, die Demonstranten mit Wasserwerfern auseinanderzutreiben. „Antifaschistisches Katalonien“, riefen die meist vermummten Demonstranten. „Die Straßen werden immer unsere sein!“

          Zahlreiche Polizeifahrzeuge waren mit Sirenengeheul auf den Straßen unterwegs. Die Regionalpolizei warnte Menschen auf Englisch im Kurzbotschaftendienst Twitter, sich vom Stadtzentrum fernzuhalten.

          Wie die Sicherheitsbehörden mitteilten, wurden am Freitagabend in Barcelona mindestens 14 Demonstranten festgenommen. Bis 22 Uhr seien zudem 41 Verletzte registriert worden, hieß es. Die Zahl der gewalttätigen Demonstranten wurde auf mehr als 4.000 geschätzt. Unter ihnen seien rund 400 organisierte Chaoten, wie Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte.

          Es war bereits der fünfte Protesttag in Folge, nachdem Spaniens Oberster Gerichtshof am Montag Haftstrafen von bis zu 13 Jahren gegen prominente katalanische Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft wegen Aufruhrs verhängt hatte. Dabei ging es um ihre Rolle bei dem umstrittenen Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens im Jahr 2017, das eine Erklärung der Regionalregierung zur Loslösung von Spanien sowie danach die Absetzung der Regierung und die Zwangsverwaltung durch Madrid zur Folge hatte.

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