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Hohe Inzidenz in Spanien : Neue Einschränkungen im Hotspot Katalonien

Der Strand Nova Icaria in Barcelona am 11. Juli Bild: dpa

Wegen steigender Inzidenzen muss Spanien die jüngsten Lockerungen der Corona-Regeln wieder zurücknehmen. Betroffen ist vor allem Katalonien. Dem ganzen Land droht die Einstufung als Hochinzidenzgebiet.

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          Nach den jüngsten Lockerungen werden in Spanien angesichts der fünften Corona-Welle schon wieder neue Einschränkungen verhängt. In der Region Valencia traten am Dienstag in mehr als dreißig Orten mit besonders hoher Inzidenz nächtliche Ausgangssperren in Kraft. Das soll auch auf den Kanaren geschehen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In Katalonien, dem spanischen Corona-Hotspot, will die Regionalregierung bald die gesamte Gastronomie und Strände von 0.30 Uhr an schließen, Treffen werden auf maximal zehn Personen beschränkt. Am Montag betrug in ganz Spanien die Siebentagesinzidenz 226 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In Katalonien lag sie deutlich über 400 – laut der Zeitung La Vanguardia ein „explosiver Rhythmus“.

          Damit hat Spanien den Grenzwert von 200 Fällen überschritten, von dem an das Robert-Koch-Institut Regionen als Hochinzidenzgebiete ausweist: Wer nicht geimpft oder von einer Infektion genesen ist, muss dann bei der Rückkehr nach Deutschland mindestens fünf Tage in Quarantäne. Der spanische Corona-Koordinator Fernando Simon erwartet in den nächsten Tagen ein weiteres Ansteigen der Inzidenz, ohne dass ein Ende absehbar ist. Sollte Spanien Hochinzidenzgebiet werden, könnten deutsche Urlauber davor zurückschrecken, dorthin zu reisen.

          Die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern und den Intensivstationen nimmt langsam wieder zu: In der vergangenen Woche stieg sie um 43 Prozent auf fast 3900 Patienten in den Krankenhäusern und um 17 Prozent auf 719 in den Intensivstationen. Die Spanischen Gesellschaft für Intensivmedizin äußerte sich „angespannt und besorgt“. In den Krankenhäusern in Madrid und Barcelona ist jeder vierte Corona-Patient inzwischen jünger als 25 Jahre. Den Anteil der hochinfektiösen Delta-Variante schätzen Fachleute auf rund 70 Prozent.

          In Spanien setzt man auf die Impfkampagne, die schneller vorankommt als zum Beispiel in Deutschland. Rund 46 Prozent der Bevölkerung haben mittlerweile einen vollständigen Impfschutz, im August sollen es 70 Prozent sein. Die Impfungen tragen offenbar dazu bei, die Zahl der Covid-Toten im Griff zu behalten, die mit insgesamt 17 am vergangenen Wochenende relativ niedrig war.

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