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Spanien : Eta zündet sieben Sprengsätze am spanischen Verfassungstag

  • Aktualisiert am

Muter mit Kind in Ciudad Real: Die Eta verbreitet Angst Bild: AP

Am spanischen Verfassungtag hat die baskische Terrororganisation Eta in sieben großen Städten jeweils einen kleinen Sprengsatz gezündet. Der spanische Ministerpräsident Zapatero sagte: „Die Eta hat nur eine Zukunft hat: das Ende der Gewalt.“

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          Am 26. Jahrestag der Billigung der demokratischen spanischen Verfassung hat die baskische Terrororganisation Eta in sieben großen Städten jeweils einen kleinen Sprengsatz gezündet. Nahezu gleichzeitig explodierten die Sprengsätze am Montag gegen 13.30 Uhr in Santillana del Mar, León, Valladolid, Avila, Ciudad Real, Alicante und Málaga. Mehrere Personen wurden leicht verletzt.

          Die Explosionen, die mit einer Stunde Vorwarnzeit der baskischen Zeitung "Gara" angekündigt worden waren, ereigneten sich auf rechtzeitig von der Polizei abgesperrten Straßen und öffentlichen Plätzen sowie in einer Bar. Sie richteten nur geringe Sachschäden an.

          Kalkulierte Machtdemonstration

          ersten Anschläge in Madrid seit den islamistischen Attentaten vom 11. März. Am vorigen Freitag hatten Eta-Terroristen an fünf Tankstellen um die Hauptstadt ähnlich kleine Sprengsätze mit jeweils etwa zweihundert Gramm Ammoniumnitrat gezündet. Am Wochenende war dann in der andalusischen Stadt Almería ein weiterer Sprengsatz entdeckt und entschärft worden.

          Die Attentate kamen zu einem Zeitpunkt, da innerhalb der durch Verhaftungen geschwächten Bande offenbar kontrovers über die Strategie debattiert wird. Der "politische Arm" von Eta, die verbotene Batasuna-Partei, hatte zuletzt Mitte November einen "friedlichen Dialog" angeboten.

          Zapatero: Gewalt hat keine Zukunft

          Der spanische Ministerpräsident Zapatero, der gerade im Parlament an einer Feierstunde zur Erinnerung an das Inkrafttreten der ersten Verfassung nach der Franco-Diktatur teilnahm, sagte nach dem glimpflichen Verlauf der Anschläge: "Eta weiß, daß sie nur eine Zukunft hat: das Ende der Gewalt und das Niederlegen der Waffen. Eta weiß, daß der Rechtsstaat und die Demokratie stärker sind und sein werden als jeder Versuch, die Regeln mit Gewalt zu ändern."

          Bei dem Festakt in den Cortes fehlten die Abgeordneten von mehreren regionalnationalistischen Parteien aus Katalonien, dem Baskenland und Galicien. Ihre Sprecher sagten, daß es für sie "nichts zu feiern" gebe, weil die Verfassung zum Beispiel im Baskenland nicht das Recht auf Selbstbestimmung anerkenne. Demgegenüber sagte Verteidigungsminister Bono, der am frühen Morgen auf dem Kolumbusplatz in Madrid dem Hissen einer großen spanischen Fahne beigewohnt hatte, daß diese und die Verfassung "den Willen der Spanier zur Einheit" und die geteilten Werte der "Gleichheit und Solidarität" symbolisierten.

          Die sozialistische Regierungspartei nutzte den Jahrestag, an dem die Verfassung im Jahr 1978 durch ein Referendum mit großer Mehrheit gutgeheißen worden war, dazu, ihre Werbekampagne für den europäischen Verfassungsvertrag zu beginnen. Führende Parteimitglieder nannten den Pakt einen "gigantischen Schritt auf dem Weg zu einem vereinten Europa" und äußerten die Hoffnung auf eine ähnlich massive Zustimmung der Bevölkerung wie damals bei dem Referendum am 20. Februar kommenden Jahres.

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