https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/spanien-brennbare-briefe-fuehren-zu-terror-ermittlungen-18502590.html

Spanische Justizbehörden : Terror-Ermittlung nach Serie von Briefen mit brennbarem Inhalt

Polizisten am Mittwoch vor der ukrainischen Botschaft in Madrid Bild: Reuters

Die Umschläge enthielten keinen Sprengstoff, aber „brennbares pyrotechnisches Material“. Sie waren unter anderem für den ukrainischen Botschafter und den spanischen Regierungschef bestimmt.

          1 Min.

          Die spanischen Justizbehörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts auf Terrorismus aufgenommen, nach dem sechs Umschläge mit brennbarem pyrotechnischen Material verschickt worden sind. Am Mittwoch hatte sich ein Mitarbeiter der ukrainischen Botschaft leicht verletzt, als er einen solchen Brief öffnete. Dem Innenministerium zufolge enthielten die insgesamt sechs braunen Umschläge keinen Sprengstoff und wurden offenbar alle aus Spanien versandt. Sie enthielten demnach eine selbst gebaute Vorrichtung, die eine „Verpuffung mit Stichflamme“ verursacht.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die erste Sendung traf am 24. November im Büro des Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ein, wie das Innenministerium am Donnerstag bestätigte. Er sei an den Regierungschef adressiert gewesen und dem Sicherheitspersonal verdächtig vorgekommen. Am Mittag wurde in der Poststelle der amerikanischen Botschaft in Madrid ein ähnlicher Brief sichergestellt wie wenige Stunden zuvor im Verteidigungsministerium, der an die Ministerin adressiert war. Am frühen Morgen war auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz eine solche Sendung rechtzeitig aufgefallen. Sie war an das Satellitenzentrum gerichtet, das der Ukraine Informationen liefert. Den Stützpunkt nutzt auch die NATO.

          Am Mittwochabend wurden zudem Mitarbeiter der Rüstungsfirma Instalaza in Saragossa auf einen verdächtigen Brief aufmerksam. Das Unternehmen baut Raketenwerfer, welche die spanische Regierung nach Kriegsbeginn in die Ukraine geliefert hatte. Am Mittwochnachmittag hatte zuvor ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes einen Brief geöffnet, der in Brand geriet und ihn leicht verletzte. Er war an den Botschafter gerichtet, der Russland verdächtigte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mordwerkzeug: Sergej Mironow, der Leiter der Fraktion „Gerechtes Russland – für die  Wahrheit“ in der Staatsduma, präsentiert einen Vorschlaghammer mit einer persönlichen Widmung von der privaten Söldnerfirma Wagner.

          Russlands Ideologie des Todes : Das Imperium mit dem Vorschlaghammer

          Auf dem Weg nach Walhalla: Die private Söldnertruppe Wagner mit ihrer demonstrativen Brutalität bestimmt zunehmend den politischen Ton in Russland. Männer werden auf den Tod in der Schlacht eingeschworen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.