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Spanien : Anschlag auf Bahnhof nach Verhaftungswelle im Eta-Umfeld

  • Aktualisiert am

Zerstörter Bahnhof in Lutxana Bild: REUTERS

Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Bahnhof im Baskenland ist erheblicher Sachschaden entstanden. Nur wenige Stunden zuvor hatte die spanische Polizei 18 Mitglieder aus dem Umfeld der Separatistengruppe Eta festgenommen.

          Nur wenige Stunden nach einer Verhaftungswelle im Umfeld der Separatistengruppe Eta ist im Baskenland ein Sprengstoffanschlag auf einen Bahnhof verübt worden. Dabei wurde niemand verletzt, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Durch die Druckwelle der Detonation gingen aber Türen und Fenster der Bahnstation in der Stadt Lutxana zu Bruch.

          Der Bürgermeister sagte, kurz nach der ersten Explosion habe sich eine zweite ereignet. Aus dem baskischen Innenministerium verlautete, offenbar sei eine Rohrbombe detoniert.

          Drei Jugendbanden verboten

          Nur wenige Stunden vor dem Anschlag in den Nachtstunden waren 18 mutmaßliche Mitglieder der baskischen Jugendbande Segi festgenommen worden, die Verbindungen zu Eta haben sollen. Das oberste spanische Gericht hatte zuvor die Gruppen Jarrai, Haika und Segi als Terror-Organisationen eingestuft.

          180.000 Menschen wenden sich in Madrid gegen den Eta-Terror

          Die Verhafteten seien seit ihrer Verurteilung zu sechs Jahren Haft vor zwei Wochen auf der Flucht gewesen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Die Zeitung „El Mundo“ berichtete auf ihrer Internetseite, die Segi-Mitglieder hätten sich zu einer Versammlung getroffen, an der auch Mitglieder der Eta-nahen Partei Batasuna teilgenommen hätten.

          180.000 gehen gegen Eta auf die Straße

          Die verbotenen Gruppen sollen für Straßengewalt im Baskenland verantwortlich sein, mit der Separatisten ihrer Forderung nach Unabhängigkeit für das Baskenland Nachdruck verleihen wollen. Selbst nachdem Eta im vergangenen März einen Waffenstillstand ausgerufen hatte, setzten die Banden-Mitglieder mit selbstgebauten Sprengsätzen noch öffentliche Gebäude und Busse in Brand.

          Der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ging ein Bombenanschlag von Eta am Madrider Flughafen voraus, bei dem im Dezember zwei Menschen getötet worden waren. Der Anschlag brachte einen neunmonatigen Friedensprozess zwischen der spanischen Regierung und Eta abrupt zum Stillstand. Der vierzigjährige Kampf der radikalen Organisation für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs hat bislang etwa 800 Menschen das Leben gekostet. Am Samstag hatten in Madrid mindestens 180.000 Menschen gegen Eta demonstriert und Zapateros Rücktritt gefordert.

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