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Somalia : Schwere Kämpfe in Mogadischu

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Nach dem Amisom-Angriff: Somalische „Regierungstruppen” auf dem Weg an die Front in Mogadischu Bild: AFP

In Mogadischu haben Friedenstruppen der Afrikanischen Union die Shabaab-Miliz aus wichtigen Positionen in der Hauptstadt vertrieben. Die Luftbrücke für die von Hunger bedrohte Bevölkerung in Somalia soll derweil ausgeweitet werden.

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          Einen Tag nach der ersten Hilfslieferung für die von Hunger bedrohten Flüchtlinge in Somalia ist es in der Hauptstadt Mogadischu am Donnerstag zu schweren Kämpfen zwischen den Friedenstruppen der afrikanischen Union (AU), Amisom, und der radikalen islamistischen Miliz al Shabaab gekommen.

          Die Amisom-Truppen hatten verschiedene Stellungen der Miliz rund um den zentral gelegenen Bakaara-Markt mit Panzern und Artillerie beschossen. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet.

          „Wiederholte Provokationen“ seitens al Shabaab

          Nach Worten des Amisom-Sprecher Paddy Akunda sei es dabei gelungen, al Shabaab aus drei „strategisch wichtigen“ Positionen entlang der Front zu vertreiben. Dem Angriff seien „wiederholte Provokationen“ seitens al Shabaab vorangegangen, sagte der ugandische Oberstleutnant. „Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Operationen auf ein Minimum reduzieren müssen, um den Hilfsorganisationen die Möglichkeit zu geben, den Flüchtlingen in Mogadischu zu Hilfe zu kommen“, sagte Akunda.

          Zwei Kinder auf dem Weg zur Essensausgabe in Mogadischu am Donnerstag

          Seiner Einschätzung nach aber haben die erzielten Geländegewinne vom Donnerstag die Sicherheit in der von Amisom kontrollierten Gebieten der Stadt deutlich erhöht. Die etwa 9000 Mann starke Truppe hatte al Shabaab während der zurückliegenden Monate aus nahezu allen südlichen Stadtteilen vertreiben können und kontrolliert nunmehr die Hälfte Mogadischus.

          Nooke: Katastrophe auch menschengemacht

          Unterdessen hat der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika auch auf die umfangreichen Landverkäufe an China zurückgeführt. „Die Dürre allein ist es nicht. Die Katastrophe ist auch menschengemacht“, sagte Nooke der „Frankfurter Rundschau“. Grundsätzlich habe Afrika gute Bedingungen für eine ausreichende Lebensmittelversorgung.

          Im Falle Äthiopiens etwa aber bestehe der Verdacht, dass der Landverkauf an ausländische Unternehmen oder Staaten, die dort industrielle Landwirtschaft betreiben wollten, für eine kleine Elite sehr attraktiv sei, sagte Nooke. Aber Lebensmittel nur für den Export zu erzeugen, könne zu sozialen Konflikten führen, wenn dadurch Kleinbauern der Boden und damit die Lebensgrundlage entzogen werde.

          UN wollen Luftbrücke ausweiten

          Die Vereinten Nationen wollen ihre Luftbrücke für die Hungernden in Somalia derweill auch auf andere Landesteile ausweiten. Weitere Flugzeuge mit Hilfsgütern speziell für unterernährte Kinder könnten schon bald in die Grenzregion Dollo geflogen werden, sagte eine Mitarbeiterin des Welternährungsprogramms (WFP) am Donnerstag.

          Von dort sollen die Nahrungsmittel in andere somalische Gebiete transportiert werden, die besonders von der Dürre betroffen sind. Eine erste Maschine des WFP voller vitaminreicher Lebensmittel war am Mittwochnachmittag in Mogadischu gelandet.

          Zuvor hatte sich der Start in Nairobi wegen bürokratischer Hindernisse am kenianischen Zoll immer wieder verzögert. (Siehe auch: Hungerkrise: UN fliegen erste Hilfsgüter nach Somalia) Wann genau die nächsten Flüge starten sollen, war am Morgen unklar, sagte eine WFP-Sprecherin in Nairobi.

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