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Somalia : Regierung in Mogadischu bietet Radikalen Amnestie an

  • -Aktualisiert am

Vermummte Mitglieder der Al-Shabaab-Miliz (Archivbild) Bild: dpa

Die in Mogadischu verbleibenden Kämpfer der islamistischen Shabaab-Miliz sollen straffrei bleiben, wenn sie ihre Waffen abgeben. Das kündigte die Übergangsregierung Somalias an. Ein UN-Flugzeug mit Hilfsgütern landete derweil in Mogadischu.

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          Die somalische Übergangsregierung hat am Dienstag den in Mogadischu verbliebenen Kämpfern der radikalen islamistischen Miliz Al Shabaab vollständige Straffreiheit angeboten. „Gebt eure Waffen und eure Munition ab und kommt zurück zu eurem Volk und in eure Gesellschaft“, appellierte ein Sprecher der Übergangsregierung im Rundfunk an die Milizionäre.

          Der Entschluss, den Kämpfern Amnestie anzubieten, sei nach einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts von Ministerpräsident Abdiweli Mohamed Ali am Sonntag gefallen. „Die meisten von den Kämpfern sind einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Es sind Somalier, und Somalia will diese jungen Menschen zurückhaben“, sagte Mohamed Ali dieser Zeitung.

          Das Angebot gelte allerdings nur für die Al Shabaab-Kämpfer die sich nach wie vor in Mogadischu aufhalten und nicht für jene, die sich nach der militärischen Niederlage der Radikalen vom vergangenen Wochenende mutmaßlich in die Provinz Lower Shabelle abgesetzt haben. Al Shabaab hatte nach schweren Kämpfen mit der afrikanischen Friedenstruppe für Somalia (Amisom) und den Soldaten der somalischen Übergangsregierung am Wochenende alle Positionen in Mogadischu geräumt und war unter Mitnahme von schweren Waffen aus der Stadt abgezogen.

          Das Lagebild Mogadischus im Hauptquartier der Amisom am 5. August - in rot die mittlerweile aufgegebenen Stellungen der al Shabaab

          UN-Flugzeug mit Hilfsgütern in Mogadischu gelandet

          Ein Sprecher der Miliz hatte den Rückzug als Auftakt für eine „neue Taktik“ erklärt, die mutmaßlich dergestalt aussehen wird, dass Al Shabaab sich auf Terroranschläge verlegen wird. Gleichwohl waren am Dienstag in den ehedem von der Miliz gehaltenen Stadtteilen von Mogadischu noch versprengte Gruppen der Radikalen unterwegs. In einigen Stadtteilen war vereinzeltes Gewehrfeuer zu hören gewesen. Amisom warnte ebenfalls am Dienstag die Bevölkerung, nicht zu schnell in die Gebiete der Stadt zurückzukehren, die von al Shabaab geräumt worden waren, weil die Radikalen möglicherweise Sprengfallen hinterlassen haben. Am Montagnachmittag war 13 Kilometer südlich von Mogadischu ein mit Sprengstoff beladenes Auto offensichtlich vorzeitig explodiert. Der Wagen war unterwegs in die Stadt gewesen.

          Unterdessen landete am Montagnachmittag ein Transportflugzeug der Vereinten Nationen mit 31 Tonnen Hilfsgütern auf dem Flughafen von Mogadischu. Die Frachtmaschine hatte Zelte, Decken und Wasserkanister an Bord, die an die rund 100000 Flüchtlinge verteilt werden sollen, die seit Beginn der Hungersnot vom Land in die Stadt geflohen waren und dort teilweise unter freiem Himmel übernachten.

          Zurzeit aber ist die Sicherheitslage in Mogadischu noch so prekär, dass die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen sich nur mit militärischer Eskorte aus ihren gesicherten Unterkünften hinaustrauen können. Die schweizerische Sektion der französischen Hilfsorganisation Médécins sans Frontières“ (MSF) hatte am Montag rund 30 Tonnen medizinische Güter nach Mogadischu eingeflogen. MSF will in den kommenden Tagen in dem von Amisom-Soldaten kontrollierten Hafen der Stadt ein Krankenhaus eröffnen.

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