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Somalia : Al Qaida-Verdächtiger bei Kommandoaktion getötet

  • -Aktualisiert am

Wahrscheinlich getötet: Ali Saleh Nabhan Bild: AFP

Bei einer Kommandoaktion amerikanischer Soldaten in Somalia ist am Montag mutmaßlich ein Mitglied von Al Qaida getötet worden. Ali Saleh Nabhan wurde wegen eines Bombenanschlags auf ein israelisches Hotel in Kenia 2002 gesucht.

          Bei einer Kommandoaktion amerikanischer Soldaten im Süden Somalias ist am Montag mutmaßlich ein seit Jahren gesuchtes Mitglied von Al Qaida getötet worden. Amerikanische Sondereinheiten hatten in der Nähe der Ortschaft Barawe aus Hubschraubern heraus das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet, in der sie den Kenianer Saleh Ali Saleh Nabhan vermuteten, der wegen mehrerer Terroranschläge in Kenia gesucht wird. Die Hubschrauber waren von einem vor der somalischen Küste kreuzenden Kriegsschiff aus gestartet. Bei dem Angriff gut 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu sollen neben dem Kenianer vier weitere ausländische Al Qaida-Mitglieder getötet beziehungsweise gefangen genommen worden sein.

          Zuerst hatte es geheißen, bei den ausländischen Soldaten habe es sich um französische Sondereinheiten gehandelt. Die Gegend um Barawe, in der der Angriff erfolgte, wird von den radikal-islamischen Milizen der al Shabaab kontrolliert, die sich offen zu al Qaida bekennt. Al Shabaab hält nach wie vor einen französischen Nachrichtenoffizier gefangen, der in Mogadischu entführt worden war. Ein zweiter Franzose konnte vor drei Wochen seinen Entführern entkommen. Ein Sprecher des französischen Generalstabes aber hatte umgehend eine Verwicklung französischer Einheiten in die Kommandoaktion dementiert.

          Letzte Kommandoaktion im Mai 2008

          Erst spät am Montagabend hatte das amerikanische Verteidigungsministerium den Angriff eigener Truppen bestätigt. Ob sich unter den Toten tatsächlich der gesuchte Kenianer Saleh Ali Saleh Nabhan befindet, soll nun ein Erbgutvergleich klären. Nabhans Leichnam war von den Soldaten mitgenommen worden. Nach Augenzeugenberichten sollen die Amerikaner noch weitere Personen in ihre Hubschrauber verladen haben, wobei nicht klar ist, ob diese zu diesem Zeitpunkt noch am Leben waren.

          Der aus Kenia stammende Saleh Ali Saleh Nabhan wird von der amerikanischen Bundespolizei unter anderem wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag auf ein von israelischen Touristen frequentiertes Hotel in Mombasa im November 2002 gesucht sowie dem nahezu gleichzeitigen Versuch, ein israelisches Verkehrsflugzeug ebenfalls in Mombasa abzuschießen. Zudem wird ihm Mittäterschaft auf die Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998 vorgeworfen. Bei dem Anschlag auf das Hotel in Mombasa waren 15 Touristen getötet worden.

          Al Qaida hatte sich im Anschluss beider Anschläge bezichtigt. Seither wurde Nabhan in Somalia vermutet. Die Kommandoaktion war der zweite amerikanische Militärschlag gegen führende Extremisten in Somalia innerhalb von 18 Monaten. Im Mai vergangenen Jahres war der militärische Chef der Shebaab, der in Afghanistan ausgebildete Aden Hashi Ayro, bei einem Angriff amerikanischer Kampfflugzeuge getötet worden.

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