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Snowden-Dokumente : NSA soll Klimakonferenz ausgespäht haben

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Ausgespäht: Die NSA überwachte auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen die Kommunikation der anwesenden Staatschefs und Regierungsmitarbeiter Bild: dpa

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen im Jahr 2009 sollte ein neues Klimaabkommen ausgehandelt werden. Der Verhandlungen scheiterten - wohl auch, weil die Vereinigten Staaten die Konferenzteilnehmer ausgespäht haben sollen.

          Neue Dokumente aus dem Fundus des ehemaligen Geheimdienst-Mitarbeiters Edward Snowden sollen belegen, dass die Vereinigten Staaten auf der UN-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen Staatschefs und Veranstalter ausspioniert haben. Das berichtet die dänische Tageszeitung Dagbladet Information unter Berufung auf die betreffenden Snowden-Dokumente.

          Darin verspricht die NSA, amerikanische Politiker „weiterhin mit einzigartigen, rechtzeitigen und wertvollen Einblicken in die Vorbereitungen und Ziele entscheidender Staaten“ zu versorgen. Zwar war schon vorher bekannt gewesen, dass im gleichen Jahr der englische Spionagedienst den G-20-Gipfel ausgespäht hatte. Dass die NSA aber die Klimakonferenz in Kopenhagen überwachte, ist besonders brisant: Dort sollte ein Folgevertrag für das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung des weltweiten Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes ausgehandelt werden. Den Vereinigten Staaten kam dabei - als größter Klimasünder weltweit - eine wichtige Rolle zu.

          Zugriff auf geheimes Papier der Dänen

          Besonders wichtig sei ein geheimes Papier der Dänen gewesen, mit dem die Veranstalter die prestigeträchtigen Verhandlungen retten wollten, falls sich die Konfliktparteien nicht hätten einigen können, so der Bericht. Darin machten sie den Amerikanern Zugeständnisse, um sie zu ihrem Einverständnis zu bewegen. Um die Verhandlungsbasis der Europäer nicht zu schwächen, hielten die Dänen das Papier vor den Amerikanern unter Verschluss. Allerdings unternahmen sie offenbar keine elektronischen Sicherheitsvorkehrungen, sodass die NSA ohne Probleme auf die Dokumente zugreifen konnte. In dem Wissen, dass auf ihre Ziele eingegangen werden würde, hielten sich die Amerikaner dem Bericht zufolge während der Konferenz zurück und weigerten sich, verbindliche Ziele zu akzeptieren.

          Der Gipfel scheiterte, nur ein Minimalkonsens war möglich: Keine verbindlichen Reduktionsziele, jedes Land solle eigene Vorgaben entwickeln.

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