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Smog in Delhi : Tödliche Luft

Lebensbedrohlich: In den indischen Wintermonaten sieht man in Delhi und anderswo regelmäßig kaum die Hand vor Augen. Bild: EPA

In Indien hat die Luftverschmutzung apokalyptische Ausmaße erreicht. Die Grenzwerte werden regelmäßig um ein Vielfaches überschritten. Abhilfe ist nicht in Sicht, auch weil viele Inder gleichgültig gegenüber dem Problem bleiben.

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          Wenn Jai Dhar Gupta aufsteht, schaut er als Erstes auf sein Messgerät für Feinstaubbelastung. Der 47 Jahre alte Unternehmer hat Asthma. Verschlechtert sich die Luftqualität, muss er sofort keuchen und husten. Jeden Morgen prüft er zusätzlich auch noch auf seinem Mobiltelefon den Luftindex für seine Heimatstadt Delhi. An diesem Tag im November stehen wieder alle Zeichen auf Alarm. Überall in der App blinken rote Zahlen. Der Index, der den Anteil von Feinstaubpartikeln in der Luft zeigt, steht auf „gefährlich“. Eigentlich genügt aber auch ein Blick aus dem Fenster. Die Sicht liegt in Delhi wieder nur bei wenigen hundert Metern. Selbst die Sonne kann den dichten Grauschleier kaum durchdringen. Es stinkt nach Abgasen und Rauch. Bei jedem Atemzug kratzt es im Hals, die Augen brennen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          An solchen Tagen muss Jai Dhar Gupta extreme Schutzmaßnahmen ergreifen. Bevor er aus dem Haus in den grauen Dunst der Hauptstadt tritt, zieht er sich eine Gasmaske über den Kopf. „Die Kinder in der Nachbarschaft haben mich angeschaut wie einen Irren“, berichtet er etwas später in seinem Büro im Süden von Delhi. Die Maske liegt während des Gesprächs griffbereit auf dem Schreibtisch. Protestler in Hongkong benutzen derzeit solche Masken, um sich gegen Tränengas der Polizei zu schützen. Jai Dhar Gupta braucht sie, um überhaupt vor die Tür gehen zu können. Erst in seinem Büro kann er wieder ohne Maske durchatmen. Zum Schutz für sich und seine 15 Mitarbeiter laufen in den Räumen Luftfiltermaschinen. Unter dem geschlossenen Fenster seines Büros ist ein Apparat angebracht, der durch ein Loch in der Mauer Luft ansaugt und sie gefiltert in die Innenräume abgibt. „Das ist jetzt mein Fenster“, sagt Gupta.

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