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Wahlen in der Slowakei : Die erste Frau an der Spitze des Landes

Die 45 Jahre alte Bürgeranwältin Čaputová wird die erste Präsidentin des Landes sein Bild: JAKUB GAVLAK/EPA-EFE/REX

Die liberale Bürgeranwältin Zuzana Čaputová hat nach vorläufigen Ergebnissen die Präsidentenwahl in der Slowakei gewonnen. Nach Jahren, die von Korruption und Skandalen geprägt waren, verkörpert sie den Aufbruch.

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          Die Stichwahl um das Amt des Staatsoberhaupts der Slowakei hat Zuzana Čaputová deutlich gewonnen, eine bis vor kurzem noch weithin unbekannten Herausforderin der etablierten Parteien. Die liberale Rechtsanwältin wird als erste Frau an der Spitze des Landes stehen, das erst seit gut 25 Jahren als eigenständiger Staat besteht. Sie gewann laut ersten Hochrechnungen, die am späten Samstagabend veröffentlicht wurden, mit mehr als 57 Prozent der Stimmen. Der slowakische EU-Kommissar Maroš Šefčovič, der Kandidat der regierenden sozialdemokratischen Smer-Partei gestand gegen Mitternacht seine Niederlage ein. Die beiden hatten in der ersten Runde der Wahl vor zwei Wochen mehrere europafeindliche Rechtsaußen-Kandidaten hinter sich gelassen.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Die Wahl Čaputovás gilt ihren Anhängern, die sich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Preßburg) versammelten, als Signal des Aufbruchs nach Jahren der Vorherrschaft von Parteien, die vor allem mit Korruption und Skandalen verbunden wurden. Ein Fanal war die Ermordung des Journalisten János Kuciak, der über korrupte Machenschaften und mafiöse Verbindungen bis in höchste Regierungskreise recherchierte. Kuciak und seine Verlobte Kušnirová wurden Anfang 2017 von geheuerten Killern getötet; die mutmaßlichen Täter sind inzwischen in Haft. Massendemonstrationen überall im Land führten zum Rücktritt von Robert Fico als Ministerpräsident; er allerdings immer noch als Smet-Vorsitzender seine Fäden.

          Die 45 Jahre alte Čaputová ist Vizevorsitzende einer neuen, noch außerparlamentarischen Partei namens „Progressive Slowakei“. Im Wahlkampf vertrat sie in gesellschaftspolitischen Fragen wie der Homosexuellen-Ehe exponiert liberale Positionen. Als Anwältin bekämpfte Sie juristisch als umweltschädigend geltende Projekte. In Nichtregierungsorganisationen engagierte sie sich für Rechtsstaatsreformen und die Verfolgung von Korruptionsvorwürfen gegen einen früheren Regierungschef.

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