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Präsidentenwahl in Italien : Der Widerstand war größer als Berlusconis Ehrgeiz

„Der Quirinal ist kein Bunga Bunga“: Protest gegen Berlusconis drohenden Aufstieg in den Präsidentenpalast in Rom Bild: AFP

Silvio Berlusconi hätte seine politische Laufbahn gerne als Präsident Italiens veredelt. Daraus wird jetzt nichts. Was steckt hinter seinem Rückzieher?

          6 Min.

          Es dürfte die allerletzte Einladung Silvio Berlusconis an das italienische Volk zur politischen Kaffeefahrt gewesen sein. Mit 85 Jahren hatte er noch einmal davon geträumt, auf dieser Reise Kapitän zu sein. Wie zu jenen Zeiten, als er Ministerpräsident war. Insgesamt neun Jahre lang, zunächst von 1994 bis 1995 und dann, mit einer Unterbrechung von zwei Jahren, noch einmal von 2001 bis 2011. Niemand war seit dem „ventennio“, der zwanzigjährigen Herrschaft Benito Mussolinis, in Italien so lange an der Macht wie Berlusconi.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der Aufstieg auf den Quirinal, den topographisch und politisch höchsten der sieben Hügel Roms, auf dem der Präsidentenpalast thront, hätte seine beispiellose Laufbahn krönen sollen. Doch daraus wird nichts. Am Samstag, zwei Tage vor dem Beginn der Wahl eines neuen Präsidenten durch beide Kammern des Parlaments, zog Berlusconi seine Kandidatur für das höchste Staatsamt zurück. „Ich habe entschieden, einen anderen Pfad einzuschlagen auf dem Weg der nationalen Verantwortung, und bitte darum, darauf zu verzichten, meinen Namen als Präsident der Republik vorzuschlagen“, ließ er mitteilen. Und weiter: „Italien braucht heute Einigkeit. Ich werde meinem Land auf andere Weise dienen.“

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