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Silvio Berlusconi in Italien : Alter schützt vor Machtgier nicht

Silvio Berlusconi, 85, will’s nochmal wissen – und Staatspräsident werden. Bild: Getty

Lange war es still um Silvio Berlusconi. Doch nun ist er wieder da – und will Staatschef werden – mit 85 Jahren.

          3 Min.

          Am 1. August 2013 war es eigentlich aus und vorbei für Silvio Berlusconi. Vorbei mit dem augenzwinkernden Flunkern, wonach es sich bei den Bunga-Bunga-Sexpartys in Wahrheit um „elegante Abendessen“ gehandelt habe. Vorbei mit der Versicherung, er habe weder jemals Steuern hinterzogen noch Zeugen in diversen Prozessen gegen ihn mit Zuwendungen beeinflusst. Vorbei schließlich mit der politischen Karriere des Ministerpräsidenten mit der längsten Regierungszeit seit Kriegsende.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Am 1. August 2013 wurde Silvio Berlusconi, in letzter Instanz und damit rechtskräftig, vom Kassationsgericht in Rom wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Weil er schon über siebzig war, durfte Berlusconi seine Haft im Hausarrest absitzen, verbunden mit der Verpflichtung zu Sozialarbeit. Die Schmach der Freiheitsstrafe wurde komplettiert durch den Hinauswurf aus dem Senat im November 2013. Gemäß eines neuen Antikorruptionsgesetzes durfte sich Berlusconi zudem sechs Jahre lang nicht um ein öffentliches Amt bewerben.

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