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Besuch in Washington : Gabriel will Amerika „unsere Sicht der Dinge“ erläutern

Es wird ein Treffen der Novizen. Sowohl Gabriel als auch sein amerikanischer Amtskollege Tillerson sind erst vor kurzem Außenminister geworden. Bild: EPA

Sigmar Gabriel ist erst wenige Tage Außenminister, schon reist er nach Amerika. Dort will er mehr über die Vorhaben der neuen amerikanischen Administration erfahren, aber auch offensiv eigene Standpunkte vertreten.

          Ungeachtet der widersprüchlichen Signale in den ersten Tagen der Trump-Regierung hofft die Bundesregierung auf eine stabile Zusammenarbeit mit Amerika.„Die Vereinigten Staaten sind außerhalb Europas seit Jahr und Tag unser engster Bündnispartner“, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) kurz vor dem Beginn einer Reise nach Washington. Dort will er ein persönlichen Gespräch mit dem neuen amerikanischen Außenminister Rex Tillerson führen.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          „Die Freundschaft zwischen zwei Nationen ist weit mehr als eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Regierungen, aber ohne gute und vertrauensvolle Beziehungen zwischen beiden Regierungen geht es nicht gut.“

          „Die Welt wartet nicht auf uns“, fügte Gabriel hinzu. „Wir haben drängende Themen auf der internationalen Agenda, über die sich Deutschland und Amerika, genauso wie Europa und Amerika eng abstimmen sollten. Und wir haben Fragen an die neue Administration, über ihren außenpolitischen Kurs, ihr Verhältnis zum Bündnis und zur Ordnung der Welt.“

          Wohl kein Treffen mit Trump

          Gabriel will am Donnerstag in Washington mit Tillerson zusammentreffen, der erst am Mittwoch im amerikanischen Senat bestätigt worden war. Auch ein Gespräch mit Vizepräsident Mike Pence ist vorgesehen. Ein Treffen mit Präsident Donald Trump wird es hingegen wohl nicht geben. Am Freitag will Gabriel schließlich noch in New York mit UN-Vertretern Gespräche führen. Gabriel sagte, er wolle den „amerikanischen Partnern unsere Sicht der Dinge, unsere Interessen und Werte erläutern und einen guten, offenen und freundschaftlichen Dialog“ suchen.

          Die ersten Tage der Regierung Trump hatten weltweit für Irritationen gesorgt und auch in Deutschland Sorgen geschürt, die bislang gute transatlantische Zusammenarbeit könne unter Trump so nicht mehr fortgeführt werden.

          Der Besuch Gabriels wird auch deshalb mit Spannung erwartet, da es das erste bilaterale Treffen des neuen amerikanischen Außenministers Tillerson sein wird. Tillerson, früherer Chef des Ölkonzerns ExxonMobil, gilt in den Vereinigten Staaten als umstritten, weil er außenpolitisch keine Erfahrung hat. Auch werfen Kritiker ihm seine guten geschäftlichen Beziehungen zu Russland in seiner Zeit bei Exxon vor.“

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