https://www.faz.net/-gpf-aagak

Landgewinn durch Bauernhöfe : Wie Israels Siedler den Kampf um das Westjordanland gewinnen wollen

Der palästinensche Bauer Abu Ismail am Rande des Jordantals im von Israel besetzten Westjordanland Bild: Jochen Stahnke

Jüdische Siedler beanspruchen im Westjordanland die Felder rings um ihre Häuser. So besetzen sie immer mehr Land, das teilweise Palästinensern gehört – und verhindern, dass sich Beduinen weiter in der Gegend aufhalten.

          3 Min.

          Rabbi Arik Ascherman trägt einen Schutzhelm, den er vor dem Bart fest verschließt. Über dem Anorak hat er eine kleine Kamera vor die Brust geschnallt, um sich zwischen die Siedler und die palästinensischen Bauern zu stellen, die daran gehindert werden, ihre Weidegründe und Felder im besetzten Westjordanland zu betreten.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Seit 2017 bauen israelische Siedler systematisch landwirtschaftliche Außenposten aus. Ein paar jüdische Siedler suchen sich einen Flecken Land, erklären ihn zu einer Art Bauernhof und reklamieren dadurch große Landstriche der umliegenden Gegenden für sich. Das Land ihrer Siedlung gilt laut Israel als „Staatsland“, doch das umliegende Gebiet wird faktisch dazugenommen. Das betrifft auch Privateigentum palästinensischer Eigentümer und verhindert gleichzeitig, dass sich Beduinen weiter in der Gegend aufhalten. Rund vierzig solcher neuartigen Siedlungen sind an strategisch wichtigen Punkten entstanden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.

          Fahrbericht Fiat 500 E Cabrio : Schock verliebt

          Fiat baut den 500 einfach noch einmal. Jetzt aber mit Elektroantrieb, was der Lebensfreude in der Stadt arg zuträglich ist. Dann werfen wir auch noch das Dach zurück, offen gesagt: Bravo.
          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.