https://www.faz.net/-gpf-8ocy0

Sicherheitsexperten zu Syrien : „Der Westen hat seine Glaubwürdigkeit verloren“

  • Aktualisiert am

Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, wirft dem Westen schweres Versagen in Syrien vor. Bild: dpa

Wer hat Schuld am Konflikt in Syrien? Machthaber Assad? Russlands Präsident Putin? Führende Sicherheitsexperten kritisieren auch das Verhalten des Westens.

          1 Min.

          Angesichts der verheerenden Lage in Aleppo haben Sicherheitsexperten und Verteidigungspolitiker dem Westen vorgeworfen, zu spät und zu unentschlossen auf den Syrienkonflikt reagiert zu haben. Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sagte der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe): „Man kann nicht die Absetzung eines Diktators fordern, dann die Hände in den Schoß legen und hoffen, dass er freiwillig abtritt: Mit dem Verlust seiner Glaubwürdigkeit hat der Westen auch die Fähigkeit verspielt, der syrischen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen.“

          Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, warf den Westmächten vor, erst reagiert zu haben, als aus dem Syrienkonflikt eine Flüchtlingskrise wurde. „Der Westen hat nicht nach Syrien geschaut, als es 250.000 Tote gab, sondern erst, als die ersten 10.000 Flüchtlinge kamen“, sagte er der Zeitung. „Diese Ignoranz hat ein Vakuum geschaffen, das Putin mit Bomben gefüllt hat“, fügte er mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin hinzu, der den syrischen Machthaber Baschar al Assad militärisch unterstützt.

          Krieg in Syrien : Tausende Menschen fliehen aus Aleppo

          Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), kritisierte, dass die Reaktion des Westens nicht abgestimmt gewesen sei. „Es hätte so etwas geben müssen wie eine gemeinsame Politik des Westens, ein gemeinsames Angebot an Russland zur Kooperation in der Luft und am Boden, die Entschlossenheit, notfalls alleine zu schützen und die Ankündigung, russischen Militäreinsatz mit wirtschaftliche Sanktionen zu beantworten“, sagte Röttgen der „Bild“-Zeitung. Er fügte hinzu: „Nichts von alledem hat es gegeben.“

          Weitere Themen

          Und was wird jetzt aus ihr?

          Kramp-Karrenbauer : Und was wird jetzt aus ihr?

          Als CDU-Vorsitzende ist sie gescheitert. Als Verteidigungsministerin könnte sich Annegret Kramp-Karrenbauer noch bewähren – wenn sie denn die Chance dazu bekommt.

          Topmeldungen

          Kramp-Karrenbauer auf der Regierungsbank des Bundestags

          Kramp-Karrenbauer : Und was wird jetzt aus ihr?

          Als CDU-Vorsitzende ist sie gescheitert. Als Verteidigungsministerin könnte sich Annegret Kramp-Karrenbauer noch bewähren – wenn sie denn die Chance dazu bekommt.
          Jens Spahn am Freitag in Berlin.

          Corona-Pandemie : Spahn: „Zahlen sind ermutigend“

          Gesundheitsminister Jens Spahn gibt sich bei Corona vorsichtig optimistisch. Das Robert-Koch-Institut meldet weniger Ansteckungen. Dafür hat der Virologe Christian Drosten neue beunruhigende Zahlen zur Virus-Mutante.
          Ein Frachtschiff wird im Dubliner Hafen beladen.

          Erstaunliches Wachstum : Ist Irland eine Insel der Seligen?

          Es gleicht einem kleinen Wunder: Irlands Wirtschaft ist im Corona-Jahr 2020 gewachsen. Doch die Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent offenbart, dass die Statistik verzerrt ist.
          In CSU-Schwarz: Molly

          Fraktur : Nur Molly schlägt die Marke

          Die Vorsitzenden von CDU und CSU haben kein Talent für Inszenierungen? Von wegen!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.