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Shoah-Mahnmal in Wien : Ein Ort für die Trauer und das Gedenken

Namensmauer in Wien: Erinnerung an die 64.440 Menschen, die wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet wurden Bild: Reuters

Auch Wien hat nun ein Mahnmal, das an die Ermordung von Juden während des NS-Regimes erinnert. Für Bundeskanzler Schallenberg ist es ein „sichtbares Zeichen“, dass Österreich sich – spät – seiner Verantwortung stellt.

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          Auch Wien hat nun ein Mahnmal, das an die Ermordung von Juden während des nationalsozialistischen Gewaltregimes in Hitler-Deutschland, zu dem Österreich seit 1938 gehörte, erinnert. Die „Shoah-Namensmauer“ besteht aus 160 oval angeordneten Granitelementen. Darauf sind die Namen von 64.440 Männern, Frauen und Kindern eingemeißelt, die damals wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet worden sind.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Das im Jahr 2018 beschlossene Mahnmal steht auf einer Grünfläche zwischen der Österreichischen Nationalbank und dem ehemaligen zentralen Krankenhaus AKH, dem Ostarrichi-Park, nicht ganz im Zentrum Wiens. Die Initiative dazu war ursprünglich von dem Holocaust-Überlebenden Kurt Yakov Tutter ausgegangen, der sich jahrelang für eine solche Erinnerungsstätte eingesetzt hatte: Er wolle einen Ort in seiner Geburtsstadt Wien haben, an dem er um seine ermordeten Eltern trauern könne und an dem auch der vielen Menschen gedacht würde, die keine Hinterbliebenen mehr hätten.

          Schallenberg: Österreich stellt sich Verantwortung

          An der Eröffnung am Dienstag wollten die Spitzenrepräsentanten des österreichischen Staates teilnehmen, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der allerdings wegen einer Corona-Erkrankung in seiner amtlichen Umgebung unter Quarantäne bleiben musste, und Bundeskanzler Alexander Schallenberg, ferner der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, der israelische Minister für Angelegenheiten der Diaspora, Nachman Shai, und Initiator Tutter.

          Schallenberg sprach von einem „sichtbaren Zeichen“, dass Österreich sich – spät – seiner Verantwortung für die dunklen Zeiten der Vergangenheit stelle. Sie bedeute auch eine Verantwortung für die Sicherheit jüdischer Menschen überall auf der Welt und des Staates Israel.

          In einem zeitlichen Zufall hat dieser Tage die Stadt Wien eine Grundsatzentscheidung über ein ganz anderes Denkmal getroffen. Es zeigt eine Statue des früheren Bürgermeisters Karl Lueger (1844-1910). Er ist heftig umstritten, weil er einerseits als Modernisierer galt, andererseits ein offener Antisemit war und als solcher von Adolf Hitler verehrt wurde.

          Nun wurde entschieden, dass das 20 Meter hohe Denkmal so nicht stehen bleiben könne, aber auch nicht einfach abgerissen werden soll, sondern einer „künstlerischen Kontextualisierung“ unterzogen wird. Eine Ausschreibung dafür wird vorbereitet und soll in etwa einem Jahr erfolgen.

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