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Senat-Kandidat aus Alabama : Missbrauchsvorwürfe bringen Republikaner in die Bredouille

  • Aktualisiert am

Sieht sich als Opfer einer Verschwörung: Senatskandidat Roy S. Moore. Bild: AFP

Mittlerweile werfen fünf Frauen dem Senatskandidaten Roy S. Moore sexuelle Übergriffe vor. Der republikanische Mehrheitsführer McConnell fordert seinen Rücktritt – der Beschuldigte sieht sich als Opfer.

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          Dem amerikanische Politiker und Richter Roy S. Moore aus Alabama wird in mindestens fünf Fällen sexueller Missbrauch und Beziehungen zu Minderjährigen vorgeworfen, berichtet die New York Times.

          Die fünfte Frau, Beverly Young Nelson, warf Moore am Montag vor, sie als 16-Jährige in seinem Auto gewaltsam in seinen Schoß gedrückt zu haben, um sie zum Oralverkehr zu zwingen. Anschließend drohte er ihr, dass ihr niemand glauben würde, falls sie damit an die Öffentlichkeit ginge, so die Frau.

          Wenige Stunden zuvor hatte sich der republikanische Mehrheitsführer und Senator Mitch McConnell zu den Vorwürfen geäußert und Moore dazu aufgefordert, zurückzutreten. Moore ist Kandidat der Republikaner bei der Wahl am 12. Dezember 2017, bei der der Sitz im amerikanischen Senat neu besetzt wird, den Jeff Sessions bis zu seiner Ernennung als Justizminister in der Regierung Trump innegehabt hatte.

          Der Beschuldigte spricht auf Twitter derweil von „Hexenjagd“ auf ihn und bestreitet die Vorwürfe. Er sehe sich als Opfer einer demokratischen Verschwörung, die zum Ziel habe, ihn zu zerstören.

          Der Wirbel um Moore stürzt viele Republikaner in einen tiefen Konflikt. Da sie im Senat nur einen Zwei-Stimmen-Vorsprung vor den Demokraten haben, wäre eine Niederlage des Kandidaten ein herber Rückschlag. Andererseits geht Moore dem republikanischen Establishment mit seinen extremen Positionen stark gegen den Strich. Er ist gegen Muslime und Homosexuelle, tritt für uneingeschränkte Waffenrechte ein und spricht sich dafür aus, „Gottes Gesetz“ über die Verfassung zu stellen.

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