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Vor Spitzentreffen im Vatikan : Papst: Kampf gegen Missbrauch „dringende Herausforderung“

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Der Papst will den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche thematisieren. Bild: dpa

Er wisse, dass Geistliche sich des Missbrauchs schuldig gemacht hätten, sagt Papst Franziskus in seinem Angelus-Gebet. „Und ich glaube, es wird immer noch getan.“ Mit einem Treffen im Vatikan will er ein neues Bewusstsein schaffen.

          Papst Franziskus hat den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern als eine „dringende Herausforderung“ der katholischen Kirche bezeichnet. Mit Blick auf ein Spitzentreffen zu diesem Thema in wenigen Tagen sagte er am Sonntag in seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz: „Ich bitte euch eindringlich, für diese Veranstaltung zu beten.“ Der Pontifex hat die Spitzen der Bischofskonferenzen aus aller Welt vom 21. bis 24. Februar in den Vatikan einberufen, um über die zahlreichen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zu sprechen.

          Bei dem Treffen solle es zunächst darum gehen, ein Bewusstsein für das Drama zu schaffen, hatte Franziskus gesagt. Erst vor zwei Wochen hatte der Pontifex zudem die Existenz sexuellen Missbrauchs von Nonnen in der Kirche eingeräumt: „Ich weiß, dass Priester und auch Bischöfe das getan haben. Und ich glaube, es wird immer noch getan.“

          Am Samstag war bekanntgeworden, dass der Papst wegen eines Missbrauchsskandals den emeritierten Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, aus dem Priesteramt entlassen hat. Der 88 Jahre alte Geistliche war in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des sexuellen Fehlverhaltens im Umgang mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden.

          Der Vatikan hatte McCarrick bereits im Juni 2018 die Erlaubnis entzogen, Gottesdienste zu feiern. Einen Monat später akzeptierte Franziskus dessen Rücktritt aus dem Kardinalskollegium. McCarrick war vorgeworfen worden, Minderjährige und Priesteranwärter missbraucht zu haben.

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