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Nach Streit um Beichtgeheimnis : Wie Paris und der Vatikan den „Geist der Eintracht“ suchen

Frankreichs Premierminister Jean Castex war auf Besuch bei Papst Franziskus auf Versöhnungskurs. Bild: AFP

Weil französische Bischöfe das Beichtgeheimnis über den Gesetzen der Republik sehen, entbrannte ein heftiger Streit. Premierminister Castex lässt daher im Vatikan nichts unversucht, um die Wogen zu glätten.

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          Als Signal an die Katholiken daheim darf die Rede des französischen Premierministers Jean Castex in der Villa Bonaparte, der französischen Botschaft beim Heiligen Stuhl, verstanden werden. Der Regierungschef reagierte am Montag in Rom zum ersten Mal öffentlich auf den umfassenden Missbrauchsbericht, der die katholische Kirche in Frankreich erschüttert. Seit 1950 sind nach Erkenntnissen einer unabhängigen Kommission etwa 216.000 Minderjährige von Priestern und Ordensleuten sexuell missbraucht worden.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Castex bezeichnete die Empörung darüber in seiner Rede als „legitim“. Die Franzosen würden von der Kirche „Schutz, Wohlwollen und Vorbildhaftigkeit“ erwarten. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und besonders bei jenen, die die Kraft besaßen, nach Jahrzehnten des Leidens das Schweigen zu brechen“, führte Castex aus. Es sei nun an der Kirche, „die notwendigen Antworten zu finden“. Die Trennung von Kirche und Staat „bedeutet in keinem Fall eine Trennung von Kirche und Gesetz“.

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