https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/sexismus-und-rassismus-alltag-bei-der-londoner-feuerwehr-18490639.html

Unabhängige Untersuchung : Londoner Feuerwehr „institutionell frauenfeindlich“ und „enorm“ rassistisch

  • Aktualisiert am

Sadiq Khan, Bürgermeister von London, spricht mit neuen Rekruten in einer Feuerwache Bild: dpa

Ein Untersuchungsbericht enthüllt: Bei der Londoner Feuerwehr gehört Sexismus und Rassismus offenbar zum Alltag. Viele Mitarbeiterinnen fühlen sich nicht mehr sicher – der Feuerwehr-Chef verspricht schnelle Aufarbeitung.

          1 Min.

          Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Rassismus sind bei der Londoner Feuerwehr einem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge an der Tagesordnung. Er habe so viele Beispiele von Frauen gehört, die sexuell belästigt oder angegriffen worden seien, dass er sagen müsse, dass „die Londoner Feuerwehr institutionell frauenfeindlich“ sei, sagte der Ermittler Nazir Afzal, der für den Bericht zuständig war, am Samstag der BBC.

          „Außerdem gibt es ein enormes Ausmaß an Rassismus.“ So sei etwa einem schwarzen Feuerwehrmann eine Schlinge an seinen Spind gehängt worden. Frauen hätten von Übergriffen sowie Videocalls berichtet, in denen Kollegen ihre Genitalien zeigten. An einigen Feuerwachen sollen Feuerwehrmänner um einen Bildschirm versammelt Pornos geschaut haben. Frauen fühlten sich in ihren Teams häufig nicht sicher oder nicht in ihrer Rolle als Feuerwehrfrau akzeptiert.

          Feuerwehr-Chef Roe verspricht schnelle Aufarbeitung

          Der unabhängige Untersuchungsbericht war in Auftrag gegeben worden, nachdem sich im August 2020 ein Feuerwehrmann in der Ausbildung das Leben genommen hatte. Afzal warnte, weitere Feuerwehrleute würden sich das Leben nehmen, wenn sich die Situation nicht ändere.

          Der Londoner Feuerwehr-Chef Andy Roe zeigte sich schockiert über die Ergebnisse des Berichts. „Von heute an wird es für alle Beschäftigten absolut klar sein, welches Verhalten nicht akzeptabel ist und was die Konsequenzen sein werden“, kündigte Roe an. Man wolle sich externe Hilfe holen, um die Zustände aufzuarbeiten und zu verändern.

          Auch Londoner Polizei befindet sich in der Krise

          Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete die Ergebnisse des Berichts als „abscheulich“ und sagte, die Veröffentlichung müsse „nicht weniger als ein Wendepunkt“ für die Feuerwehr sein.

          Auch die Londoner Polizei befindet sich in der Krise, nachdem ein Bericht ihr ebenfalls systematische Diskriminierung vorgeworfen hatte. Der neue Chef der Metropolitan Police, Mark Rowley, will einen Kulturwandel einleiten und Vertrauen zurückgewinnen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Deutschlands Banken sind nicht übermäßig bemüht, die höheren Zinsen der EZB an die Sparer weiterzugeben.

          Neobroker und das Tagesgeld : Das Wettrennen um die besten Zinsen

          Die Banken geben die höheren Zinsen der EZB nur sehr zögerlich an Sparer weiter. Jetzt stoßen die Neobroker in die Lücke, die eigentlich auf ETF und Sparpläne spezialisiert sind. Lohnen sich die neuen Angebote?
          Munition für eine Panzerhaubitze, aufgenommen am 17. Oktober 2022 auf dem Truppenübungsplatz in Ostenholz.

          F.A.Z. exklusiv : Bundeswehr bestellt Ukraine-Material kaum nach

          Vertrauliche Unterlagen aus dem Finanzministerium zeigen: Die meisten Bestände der Bundeswehr, die an die Ukraine geliefert wurden, blieben unersetzt, obwohl Geld dafür bereitstand.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.