https://www.faz.net/-gpf-8z8xg

Lesbische Politikerin : Serbiens künftige Regierungschefin lässt Kritiker abblitzen

  • Aktualisiert am

Die designierte Regierungschefin Ana Brnabic bei einer Parlamentssitzung in Belgrad. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten in Serbien. Bild: dpa

Im christlich-orthodoxen Serbien ist bis heute Homosexualität noch vielfach ein Tabu. Die designierte lesbische Regierungschefin Ana Brnabic sieht sich homophoben Anfeindungen ausgesetzt.

          1 Min.

          Serbiens designierte Regierungschefin Ana Brnabic hat Kritikern ihrer sexuellen Ausrichtung klar gemacht, dass sie solche Anfeindungen mit keinem Kommentar würdigen wolle. Die Nominierung der offen lesbischen 41 Jahre alten parteilosen Politikerin hatte für Kritik aus der Regierungskoalition und von schwulen-feindlichen Gruppen in dem traditionell geprägten Balkanland gesorgt. „Ich glaube, manche haben sich gewundert, warum ich nicht reagiert habe. Das war meine Antwort“, sagte Brnabic am Mittwoch im Parlament bei der Vorstellung ihrer Regierungsmannschaft.

          Die Abgeordneten haben bis Freitag Mitternacht Zeit, das Kabinett zu bestätigen. Die Zustimmung gilt als sicher, da die SNS-Partei des bisherigen Amtsinhabers Alexandar Vucic und ihre Unterstützer über eine satte Mehrheit verfügen. Brnabic ist Serbiens erste Frau im Amt des Ministerpräsidenten.

          Die Quereinsteigerin war zuletzt Ministerin für Öffentliche Verwaltung. Das Amt war freigeworden, weil der bisherige Regierungschef Vucic nach seiner Wahl im April in das Amt des Staatsoberhauptes gewechselt war. Die meisten serbischen Medien erwarten, dass der starke Mann des Balkanlandes auch künftig die Arbeit der Regierung prägen wird. Ihre Regierung werde den Kurs ihres Vorgängers mit den Prioritäten Modernisierung, Bildung und Wirtschaftspolitik fortsetzen, sagte Brnabic.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch im EU-Parlament in Brüssel.

          Wiederaufbau-Plan : Mut statt Geld

          Eine Finanzierung über Brüssel könnte die in Deutschland kritisch beäugte EZB entlasten. Und doch muss Ursula von der Leyens 750 Milliarden Euro schweres Paket kritisiert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.