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Münchner Sicherheitskonferenz : Neue Verkehrswege zwischen Serbien und Kosovo

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Der amerikanische Botschafter Richard Grenell, Hashim Thaci, Präsident der Republik Kosovo, und der serbische Präsident Aleksandar Vucic in München Bild: dpa

Die Vertreter beider Balkanstaaten haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Zug- und Autobahnverbindung zwischen den Ländern geschaffen werden sollen. Dadurch soll die Region für Unternehmen attraktiver werden.

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          Die ehemaligen Kriegsgegner Serbien und Kosovo wollen näher zusammenrücken. Vertreter beider Balkanstaaten unterzeichneten am Freitag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung, wonach Zug- und Autobahnverbindung zwischen beiden Ländern geschaffen werden sollen. Dies solle vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern. Details wurden zunächst nicht genannt.

          Eisenbahnverbindungen zwischen Serbien und seiner damaligen Südprovinz Kosovo hatten vor 1990 bestanden, als Serbien Teil des sozialistischen Jugoslawiens war. Eine Autobahn von Serbien ins Kosovo müsste neu gebaut werden. Am geeignetsten erscheint der Ausbau der etwa 120 Kilometer langen Straße, die vom südserbischen Nis in die Kosovo-Hauptstadt Pristina führt.

          Bei der Zeremonie in München waren sowohl die Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Aleksandar Vucic und Hashim Thaci, als auch der amerikanische Top-Diplomat in Deutschland, Richard Grenell, anwesend, der auch der amerikanische Gesandte für die serbisch-kosovarischen Verhandlungen ist. Grenell betonte, man habe die Gespräche zwischen Belgrad und Pristina vorantreiben wollen, indem man sich nicht auf die politischen Aspekte des Konflikts konzentriere, sondern auf die wirtschaftliche Entwicklung. Es gehe darum, eine Wirtschaftszone zu schaffen, von der beide Seiten profitierten. Das Abkommen sei auch eine Nachricht an Unternehmen in den Vereinigten Staaten und Europa, dass sie in die Region kommen sollten.

          Im Januar hatten beide Staaten bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, der zufolge nach mehr als 20 Jahren die Wiederaufnahme einer Flugverbindung zwischen beiden Hauptstädten vorbereitet wird. Serbien macht allerdings die Umsetzung dieser Vereinbarungen davon abhängig, dass Pristine die Ende 2018 verfügten hohen Strafzölle gegen Waren aus Serbien aufhebt.

          Hinter den Kulissen drängt vor allem die EU auf die Beilegung der Gebietsstreitigkeiten und pumpt Milliarden in die Region, um die zwischenstaatlichen Verkehrswege und Infrastruktur zu verbessern. Alle Westbalkan-Staaten werden als EU-Beitrittskandidaten angesehen. Eine Anerkennung der früheren serbischen Provinz Kosovo durch Belgrad gilt als Voraussetzung für einen Beitritt des Landes zur EU. Zur Zeit führt die EU Beitrittsgespräche mit Serbien.

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