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Serbien : Geheimpolizisten wegen Mordes an Milosevic-Rivalen verurteilt

  • Aktualisiert am

„Legija” bekommt die Höchststrafe Bild: AP

Acht Geheimpolizisten des früheren jugoslawischen Präsidenten Milosevic sind wegen Mordes an dessen Rivalen Stambolic verurteilt worden. Milosevics Vorgänger Stambolic war entführt und per Kopfschuß hingerichtet worden.

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          Acht Geheimpolizisten des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic sind am Montag wegen des Mordes an einem politischen Rivalen Milosevics zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

          Die Männer der damaligen berüchtigten Spezialtrupps sollen dem Belgrader Gericht zufolge im August 2000 bei der Tötung von Ivan Stambolic mitgewirkt haben, der bis 1987 Präsident Serbiens im kommunistischen Jugoslawien war und dann bei Milosevic in Ungnade fiel. Stambolic war beim Joggen entführt und anschließend in den Kopf geschossen worden.

          Auch Vuk Draskovic sollte sterben

          Die Polizisten wurden auch des versuchten Mordes an dem ehemaligen Oppositionschef und jetzigen serbischen Außenminister Vuk Draskovic schuldig gesprochen. Dieses Attentat hatten sie einige Monate vor dem Mord an Stambolic verübt.

          Ex-Präsident Stambolic: Durch Kopfschuß hingerichtet

          Milosevic habe die beiden Politiker als Gefahr für seine Autorität und politische Macht angesehen, urteilten die Richter. Im Herbst 2000 und damit wenige Monate nach den Taten verlor Milosevic die Wahl gegen Reformer. Er wurde daraufhin aus dem Amt gejagt.

          40 Jahre Haft für „Legija“

          Milosevic muß sich derzeit vor dem Haager UN-Kriegsverbrechertribunal verantworten. Er hat eine Verwicklung in die Attentate auf Stambolic und Draskovic stets zurückgewiesen, eine Aussage vor dem Belgrader Gericht jedoch abgelehnt.

          Der Leiter der mittlerweile aufgelösten Spezialtruppen, Milorad Ulemek, alias „Legija“, erhielt wegen des Stambolic-Attentats die maximale Haftstrafe von 40 Jahren. Der Chef der ehemaligen Staatssicherheit, Radomir Markovic, bekam 15 Jahre wegen der Mithilfe an der Planung und Vertuschung der Tat. Die fünf Polizisten, die Stambolic töteten, wurden zu 15 bis 40 Jahren verurteilt, ein weiterer Helfer zu vier Jahren. Ulemek, der vor kurzem zu 20 Jahren Gefängnis wegen des Mordes an Draskovic-Getreuen im Jahr 1999 verurteilt worden war, ist auch der Hauptverdächtige im Prozeß um die Tötung des früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic.

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