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Separatisten in Katalonien : „Puigdemont ist und bleibt unser Kandidat“

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Demonstranten vor dem katalanischen Parlament tragen Masken des ehemaligen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont. Bild: AP

Carles Puigdemont hat Zweifel am Erfolg der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Madrid habe „triumphiert“, schrieb er in einer Nachricht. Doch die Separatisten wollen nicht aufgeben.

          Trotz des privaten Eingeständnisses eines Scheiterns durch Carles Puigdemont halten die Separatisten in Katalonien weiter an ihrem bisherigen Chef fest. „Puigdemont ist und bleibt unser Kandidat für die Regionalpräsidentschaft“, sagte der katalanische Parlamentsvorsitzende Roger Torrent am Donnerstag in einem Interview des Radiosenders „RAC1“.

          Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Puigdemont in einer Handy-Mitteilung das Ende der Unabhängigkeitsbewegung in der spanischen Konfliktregion eingestanden hatte. Ein Journalist fotografierte die eigentlich private Nachricht Puigdemonts an den ehemaligen Gesundheitsminister Toni Comín von dessen Handydisplay ab.

          „Ich nehme an, dass dir klar ist, dass das das Ende bedeutet. Die Unsrigen haben uns geopfert, zumindest mich“, schrieb Puigdemont am Dienstagabend an Comín – wenige Stunden nachdem das katalanische Parlament seine Wiederwahl auf unbestimmte Zeit vertagt hatte. Man erlebe die „letzten Tage der katalanischen Republik“; Madrid habe „triumphiert“.

          Davor hatte der in Belgien im Exil lebende Politiker einen Rückschlag erlitten, als die Parlamentsdebatte in Barcelona über seine Wiederwahl zum Regionalpräsidenten auf Anordnung des Verfassungsgerichts bis auf Weiteres vertagt wurde.

          Er wolle erst dann einen neuen Termin für die Debatte über die Regierungsbildung festlegen, „wenn alle Garantien (für eine Kandidatur Puigdemonts) gegeben sind“, sagte Torrent. Die Justiz hatte auf Antrag der Zentralregierung eine Debatte und eine Wahl in Abwesenheit des Bewerbers untersagt.

          Wenn aber Puigdemont nach Spanien zurückkehrt, droht ihm unter anderem wegen Rebellion eine Festnahme und eine lange Haftstrafe. Der 55 Jahre alte Politiker wollte deshalb dem Parlament sein Regierungsprogramm per Skype präsentieren.

          Puigdemont war von Madrid Ende Oktober nach einem illegalen Referendum über die Unabhängigkeit sowie einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien als Regionalpräsident abgesetzt worden. Bei der Neuwahl im Dezember errangen die Separatisten anschließend aber wieder die absolute Mehrheit der Parlamentssitze.

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