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Wahl in Georgia : Das Trump-Problem der Republikaner

  • -Aktualisiert am

Raphael Warnock, Kandidat der Demokraten bei der Senatswahl in Georgia, nach seinem Erfolg über Herschel Walker, der vom früheren Präsidenten Trump unterstützt wurde Bild: EPA

Der Sieg der Demokraten in Georgia zeigt noch einmal, dass mit Trumpismus Vorwahlen leichter zu gewinnen sind als die eigentlichen Abstimmungen. Das sollte Folgen für die Präsidentenwahl 2024 haben.

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          Der Sieg bei der Senatswahl in Georgia ist für die Demokraten ein gar nicht so kleines Trostpflaster für den Verlust des Repräsentantenhauses in den Zwischenwahlen. Er verkleinert vor allem das Erpressungspotential von Einzelkämpfern in den eigenen Reihen, das Joe Manchin aus West Virgina in Bidens ersten beiden Jahren so virtuos nutzte.

          In allen Fragen, bei denen es um Geld geht, wird es für den Präsidenten mit den veränderten Mehrheiten im Kongress nun trotzdem schwieriger. Aus europäischer Sicht wird interessant werden, wie die Republikaner ihre neu gewonnene Haushaltsmacht bei der Genehmigung weiterer Hilfen für die Ukraine einsetzen.

          Der Wahlausgang in Georgia führt der Grand Old Party noch einmal deutlich ihr Trump-Problem vor Augen. Der Südstaat ist eigentlich republikanisches Stammland. Dass Herschel Walker hier genauso verloren hat wie in anderen Staaten eine ganze Reihe von Kandidaten, die vom früheren Präsidenten unterstützt wurden, bestätigt eine Beobachtung, die sich schon bei der Wahl vor zwei Jahren machen ließ: Mit Trumpismus lassen sich Vorwahlen heute leichter gewinnen als die eigentlichen Abstimmungen.

          Dass die Republikaner Trump im Wahlkampf zu verstecken suchten, beschreibt ihr Dilemma besser als das relativ knappe Ergebnis. Ein Ausweg könnte 2024 Ron DeSantis sein, der Gouverneur von Florida. Er ist der andere Sieger von Georgia.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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