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Ein Serienstar wird Präsident : Wenn Fiktion Wirklichkeit wird

Hat die Präsidentenwahl gewonnen: der Politik-Neuling Wolodymyr Selenskyi Bild: EPA

Der Komiker Wolodymyr Selenskyj hat den Aufstieg seines Serien-Alter-Egos im echten Leben wahrgemacht. Er wird laut Prognosen Präsident der Ukraine. Seinen ersten Auftritt nach der Wahl nutzt der umstrittene Polit-Newcomer, um eine Botschaft zu senden – und ein Versprechen abzugeben.

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          Ein paar Stunden bevor feststand, dass Wolodymyr Selenskyj der sechste Präsident der Ukraine sein würde, hatte der Komiker noch Ärger mit der Polizei. Weil er Journalisten am Sonntagmorgen seinen Wahlzettel gezeigt hatte, verhängten Beamte eine Geldstrafe. Den Wahlzettel zu zeigen ist am Wahltag wegen möglicher Wählerbeeinflussung verboten. Doch den allseits erwarteten Siegeszug Selenskyjs konnte dieses Detail nicht mehr aufhalten: Laut den ersten Nachwahlbefragungen kommt der Komiker auf gut 73 Prozent der Stimmen – das höchste Ergebnis, das Umfragen vor der Wahl vorhergesagt hatten. Für Amtsinhaber Petro Poroschenko stimmten nur 25 Prozent der Ukrainer.

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Auf seiner Wahlparty am Sonntagabend weiß der 41 Jahre alte politische Neuling sich abermals zu inszenieren. Als Selenskyj in den überfüllten, heißen Raum tritt, in dem Hunderte Journalisten warten, läuft das Titellied seiner Fernsehserie „Diener des Volkes“, in dem er einen Geschichtslehrer spielt, der zum ukrainischen Präsidenten gewählt wird. Wenige Minuten später ist klar, dass er den Aufstieg seines Serien-Alter-Egos ins echte Leben wahrgemacht hat: Selenskyj, der im Wahlkampf immer wieder gesagt hatte, er sei kein Politiker, wird ukrainischer Präsident. Selenskyjs Anhänger – einige Frauen tragen Kleider in seiner Kampagnenfarbe grün – jubeln, es knallen Konfettikanonen.

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