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Selenskyj-Rede in Schweden : Blau und Gelb wie Freiheit

Wolodymyr Selenskyj zugeschaltet am Donnerstag ins schwedische Parlament Bild: AFP

Der ukrainische Präsident Selenskyj lobt die Schweden für ihre frühe Hilfe und die Waffenlieferungen. Er rührt aber auch an ihren Ängsten.

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          Wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Parlamenten in der ganzen Welt spricht, schafft er es eine Verbindung zu seinen digitalen Gastgebern zu knüpfen, zu Traditionen, alten Wunden oder neuen Ängsten. So war es auch, als Selenskyi am Donnerstag in den schwedischen Reichstag geschaltet wurde. Er begann seine Rede nicht nur mit der Feststellung, dass es kein Zufall sei, dass die Farben blau und gelb die ukrainische und die schwedische Fahne schmückten, und diese Farben nun überall für den Freiheitskampf stünden, für Gerechtigkeit. Er rührte auch an schwedischen Ängsten.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          In Schweden tobt seit dem russischen Überfall auf die Ukraine die Debatte über die eigene Sicherheit. Wie der Nachbar Finnland ist man zwar eng mit NATO verbunden, aber kein Mitglied. Viele Schweden wünschen sich, dass sich das ändert – am Donnerstag wurde eine Umfrage veröffentlicht, nach der fast 60 Prozent der Schweden eine Mitgliedschaft in der NATO befürworten, sollte auch Finnland sich dazu entscheiden. Nur 17 Prozent waren dagegen. Ohne Finnland wären noch 41 Prozent für eine Mitgliedschaft. Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hat diese Woche zwar schwedische Soldaten besucht, die an der NATO-Übung „Cold Response“ in Norwegen teilnehmen, gibt sich aber sonst in der Debatte sehr zurückhaltend. Mit in Norwegen dabei hatte sie Ulf Kristersson, den Führer der bürgerlichen Opposition – und vehementen Befürworter des NATO-Beitritts.

          Selenskyj mischte sich in diese innenpolitische Debatte nicht ein. Er lobte die Schweden stattdessen für ihre frühe Unterstützung der Ukraine und für den historischen Beschluss Schwedens, Waffen zu liefern. Neben finanzieller Hilfe hatte das Königreich 5000 Panzerfäuste bereits geliefert, 5000 weitere hatte Stockholm am Mittwoch zugesagt. Selenskyj berichtete vom Horror des Krieges, von den Zerstörungen in seinem Land und dem Leid. Alles, was man im friedlichen Europa wertschätze, stehe auf dem Spiel. Er erinnerte die Schweden daran, dass sie nur die Ostsee vom aggressiven Vorgehen Russlands trenne. Und dass russische Propagandisten schon offen im Fernsehen über die Möglichkeit gesprochen hätten, die schwedische Insel Gotland im Zentrum der Ostsee zu besetzen und für Jahrzehnte zu beherrschen. Selenskyj forderte schärfere Sanktionen und Hilfe beim Wiederaufbau nach dem Krieg. Dann gab es stehenden Applaus. Und Andersson bedankt sich auf Twitter für die „kraftvollen Worte eines mutigen Anführers“.

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