https://www.faz.net/-gpf-9s6dn

Proteste in Hongkong : Schwarz heißt Verwüstung

Zu China-freundlich: Demonstranten verwüsten ein Lebensmittelgeschäft in Hongkong. Bild: EPA

Wer Sympathien bekundet, wird unterstützt. Wer gegen die Demonstranten ist, muss mit Vandalismus rechnen. Gewaltbereit teilt die Protestbewegung Hongkongs Geschäftswelt ein.

          5 Min.

          Die meisten Demonstranten waren am Samstag schon nach Hause gegangen, als radikale Aktivisten eine Starbucks-Filiale im Hongkonger Stadtteil Kowloon verwüsteten. Sie schlugen Scheiben ein und sprühten Parolen an die Wände. Es war nicht das erste Mal, dass es die Café-Kette Starbucks traf. Im Weltbild der radikalen Aktivisten gehört sie zu den Feinden. Begründet wird das damit, dass die Tochter des Gründers der Maxim’s-Gruppe, welche die Starbucks-Filialen in Hongkong betreibt, in einer Rede vor einem UN-Gremium scharfe Kritik an der Protestbewegung geübt hat. Zwar hat das Management mitgeteilt, dass Annie Wu keine offizielle Position im Unternehmen bekleidet. Doch das Feindbild der Aktivisten hat das nicht erschüttert. Darin ist die Hongkonger Geschäftswelt in vier Kategorien eingeteilt: schwarz, rot, blau und gelb.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Gelb, das sind „die echten Hongkonger Geschäftsleute“, sagt Maverick, einer der radikalen Aktivisten, die sich selbst als Frontkämpfer bezeichnen. Das gelbe Siegel wird jenen Läden verliehen, die Sympathien für die Protestbewegung bekunden oder ihren Mitarbeitern freigeben, damit sie sich an Aktionen beteiligen können. Wer an die Farbenlehre der Aktivisten glaubt, kauft verstärkt bei ihnen ein und boykottiert die anderen Geschäfte.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Peter Feldmann bei einem Besuch im Awo-Jugendhaus im Frankfurter Gallusviertel im Jahr 2014.

          Peter Feldmann und die Awo : Das Schweigen des Oberbürgermeisters

          Weil die Arbeiterwohlfahrt seine Ehefrau zu ungewöhnlich guten Konditionen beschäftigt haben soll, steht Peter Feldmann stark unter Druck. Die Awo rechtfertigt derweil die hohe Bezahlung der Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters – und hat noch in einem anderen Fall Probleme.
          Urwüchsig niederbayerisch: Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger.

          Freie Wähler in Bayern : Ein messerscharfer Partner

          Seit einem Jahr regieren die Freien Wähler an der Seite der CSU in Bayern – ohne Skandale. Dass sich die Truppe so gut in der Koalition schlägt, liegt vor allem an einer Person.
          Während des Sommers 2015 hat es auch viele Flüchtlinge nach Dänemark gezogen. Welche Rolle dabei Sozialtransfers gespielt haben, ist kaum zu ermitteln.

          Princeton-Studie : Sozialleistungen locken Zuwanderer

          Bislang haben wissenschaftliche Untersuchungen nur einen schwachen Effekt von Sozialtransfers auf die Bereitschaft zuzuwandern nachgewiesen. Ein Forscherteam hat es nun am Beispiel Dänemark untersucht und Überraschendes beobachtet.