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Solidarität mit „Sea-Watch“ : Mehr als eine Million Euro Spenden für die Kapitänin

  • Aktualisiert am

Carola Rackete, Kapitänin der „Sea-Watch 3“ Bild: EPA

Nachdem die TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf einen Aufruf gestartet hatten, spendeten mehr als 25.000 Menschen Geld für die Seenotrettungsorganisation. Auch aus Italien kamen Spenden.

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          Bei Spendenaktionen zugunsten der Flüchtlingsrettungsorganisation „Sea-Watch“ und der in Italien festgenommenen Kapitänin Carola Rackete sind mehr als eine Million Euro zusammengekommen. Ein Spendenaufruf der TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf auf der Internetseite leetchi.com brachte bis Sonntagabend mehr als 687.000 Euro. Mehr als 25.000 Menschen spendeten Geld. Eine in Italien gestartete Sammelaktion erbrachte bislang Spenden in Höhe von mehr als 410.000 Euro.

          Der 31-jährigen Rackete drohen in Italien bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die deutsche Kapitänin war in der Nacht zum Samstag festgenommen worden, nachdem sie ihr Schiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Migranten an Bord trotz des Verbots der italienischen Behörden in den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa gesteuert hatte.

          Ein Polizei-Schnellboot hatte vergeblich versucht, dies zu verhindern. Wäre das Boot nicht ausgewichen, wäre es von der „Sea-Watch 3“ „zerstört“ worden, sagte ein Polizist.

          Racketes Festnahme hat in Deutschland Empörung hervorgerufen. So kritisierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Vorgehen der italienischen Behörden. Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte Außenminister Heiko Maas (SPD) auf, zugunsten der Kapitänin aktiv zu werden. Das gelte besonders „mit Blick auf die unverständliche Handhabung, dass Carola Rackete unter Hausarrest gestellt wurde und nur Kontakt zu ihren Anwälten haben darf“, sagte Baerbock.

          Kritik an Innenminister Matteo Salvini

          Die französische Regierung warf Rom derweil eine „Strategie der Hysterisierung“ vor. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sagte im Sender LCI, der italienische Innenminister Matteo Salvini würde die Flüchtlingskrise instrumentalisieren. Der Politiker der fremdenfeindlichen Lega werfe Frankreich und der EU mangelnde Solidarität vor. Dabei habe Italien im Zuge der Flüchtlingskrise rund eine Milliarde Euro Unterstützung der EU erhalten, sagte Ndiaye.

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