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Seenotrettung : Keine Lösung

  • -Aktualisiert am

Die Mission „Sophia“ hat unbestritten viele Migranten vor dem Ertrinken gerettet, aber leider nie viel zur Bekämpfung des Schlepperwesens beigetragen.

          Die Seenotrettung ist ein völkerrechtliches und moralisches Gebot. Dass ein italienischer Minister, der sich als gläubiger Christ inszeniert, sie zum Gegenstand eines innereuropäischen Kampfes über die Flüchtlingsverteilung gemacht hat, kann man nur schamlos nennen. Schiffbrüchigen die Einfahrt in den Hafen zu verweigern ist unzivilisiert, ganz unabhängig vom Asylrecht.

          Dass die Seenotrettung ein Pull-Faktor sei, wie man lange glaubte, steht empirisch ohnehin auf wackeligen Füßen. Eine ganz andere Frage ist allerdings, ob staatlich organisierte Einsätze auf hoher See, wie sie die Bundeskanzlerin befürwortet, etwas an der grundsätzlichen Lage ändern können. Die Mission „Sophia“ hat unbestritten viele Migranten vor dem Ertrinken gerettet, aber leider nie viel zur Bekämpfung des Schlepperwesens beigetragen. Das war ihr eigentlicher Auftrag.

          Eine vernünftige Flüchtlingspolitik würde sich darauf konzentrieren, die Leute von der Überfahrt abzuhalten. Das hat die EU schon oft beschlossen, aber nie mit dem nötigen Nachdruck verfolgt. Die Seenotrettung löst das Migrationsproblem nicht.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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