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Krise auf dem Mittelmeer : Hilfsorganisation Sea-Watch teilt Spenden mit anderen Seenotrettern

  • Aktualisiert am

Migranten sitzen auf einem Boot einer Hilfsorganisation und steuern auf die italienische Insel Lampedusa zu. Bild: dpa

Die Hilfsorganisation Sea-Watch will mit der fast eine Million Euro an erhaltenen Spendengeldern auch andere Seenotretter unterstützen. In der EU wird derweil über die Verteilung der Geretteten diskutiert.

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          Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch will die gesammelten Spenden für die Kapitänin Carola Rackete mit anderen Seenotrettern gemeinsam nutzen. „Es wird ein Gremium gebildet, weil wir das Geld möglichst effektiv für die Seenotrettung einsetzen wollen, nicht nur für Sea-Watch, sondern wir wollen gemeinsam schauen, wo es am dringendsten gebraucht wird“, sagte Sprecher Ruben Neugebauer der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Gremium seien unter anderem Vertreter von Hilfsorganisationen und von dem Netzwerk Seebrücke, das sich für die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer einsetzt. Ein Teil der Spenden soll für die Verfahrenskosten von Rackete verwendet werden.

          Nach der Festnahme der 31-Jährigen in Italien gab es eine Welle der Solidarität. Allein über den Aufruf der Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf kamen bisher knapp eine Million Euro zusammen. Rackete stammt aus Niedersachsen. Sie ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, gegen sie wird aber in Italien weiter ermittelt. Sie war mit dem Schiff „Sea-Watch 3“ und Dutzenden Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gefahren.

          „Nicht nur in der Verantwortung von Italien und Malta“

          Unterdessen fordert die EU-Kommission fordert ihre Mitgliedsstaaten auf, sich auf vorläufige Regeln zur Verteilung von Flüchtlingen zu einigen. „Die Herausforderungen der Migration können nicht nur in der Verantwortung von Italien und Malta liegen, nur weil sich diese Staaten am Mittelmeer befinden“, sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos der „Welt“.

          Bis die neuen Regeln zur Verteilung von Flüchtlingen umgesetzt würden, fordere er daher alle EU-Mitgliedsländer auf, „ihre Arbeit zu beschleunigen und vorläufige Vereinbarungen zu finden, wie mit den Menschen umzugehen ist, wenn sie die Rettungsschiffe verlassen haben“. Dabei müssten Situationen wie im Fall der „Sea Watch 3“ und der „Alan Kurdi“, aber auch ähnliche Vorfälle, in denen die Kommission Einzelfalllösungen zwischen den Mitgliedstaaten koordiniert habe, verhindert werden.

          „Nächste Woche werden wir das erste EU-Innenminister-Treffen unter finnischer Ratspräsidentschaft abhalten — ich hoffe, dass wir dort vorankommen können“, sagte Avramopoulos. Zugleich müsse die EU aber auch mit Drittstaaten zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass Menschen bei der Flucht ihr Leben riskierten. Dabei sollten jene, die Schutz durch eine Umsiedlung benötigten, auf legalem Wege nach Europa kommen.

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