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Sea-Watch 3 : Rettungsschiff mit Migranten legt in Italien an

  • Aktualisiert am

Das Rettungsschiff „Sea-Watch-3“ legt im sizilianischen Hafen Catania an. Bild: AP

Die „Sea-Watch 3“ ist am Donnerstag mit 74 aus Seenot geretteten Migranten im italienischen Catania eingelaufen. Die NGO Sea-Watch vermutet bei dem ihr zugewiesenen Hafen einen politischen Hinterhalt.

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          Das Tauziehen um 47 Migranten, die vor knapp zwei Wochen aus dem Mittelmeer gerettetet wurden, ist beendet. Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ der deutschen Organisation Sea-Watch legte am Donnerstag in der sizilianischen Hafenstadt Catania an.

          Die Geretteten sollen auf mehrere Länder verteilt werden. Dies hatte Italien zur Bedingung für die Landung gemacht. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte teilte am Mittwoch mit, sieben EU-Länder seien zur Aufnahme bereit. Er nannte Italien, Deutschland, Malta, Rumänien, Luxemburg, Portugal und Frankreich. Laut italienischen Medienberichten vom Donnerstag boten darüber hinaus auch Spanien und Litauen eine Aufnahme der Migranten an.

          Der Hafen von Catania war dem bei Syrakus wartenden Rettungsschiff am Mittwoch von Italien mit der Begründung zugewiesen worden, es gebe dort Aufnahmezentren für Minderjährige. Sea-Watch vermutete hingegen eine politische Agenda bei der Zuweisung. Auf Twitter schrieb die Nichtregierungsorganisation: „Die #SeaWatch 3 wurde nach Catania beordert. Weg von einem sicheren Hafen, in eine Stadt, deren Staatsanwalt bekannt für seine Agenda gegen NGOs ist. Wenn das kein politischer Schachzug ist, wissen wir auch nicht.“

          Staatsanwalt Carmelo Zuccaro aus Catania hatte unter anderem 2017 das deutsche Rettungsschiff „Iuventa“ an die Kette legen lassen. Damals war der Vorwurf Beihilfe zur illegalen Migration. Dies wurde aber nie bewiesen. Auch hatte Zuccaro vorübergehend ein Schiff der spanischen NGO Open Arms beschlagnahmen lassen. Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hatte zuletzt Ermittlungen gegen Sea-Watch gefordert.

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