https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/sco-beitritt-juergen-trittin-fordert-robustere-tuerkei-politik-18326522.html

SCO-Beitritt : Trittin fordert „robustere Türkei-Politik“

  • Aktualisiert am

Jürgen Trittin ist außenpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Bild: dpa

Die Nato und die EU ließen sich vom türkischen Präsidenten „auf der Nase herumtanzen“, beklagt der Grünen-Politiker Jürgen Trittin. Auch aus den Reihen der SPD wird Kritik an Erdogans Vorhaben laut.

          1 Min.

          In der Ampel-Koalition werden Rufe nach harten Konsequenzen für das Nato-Mitglied Türkei laut, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Mitgliedschaft in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) um Russland und China anstrebt.

          „Nato und Europäische Union müssen sich fragen lassen, wie lange sie sich von Erdogan noch auf der Nase herumtanzen lassen“, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, der Zeitung „Welt“. „Die Türkei hindert die Nato an der Überwachung des UN-Waffenembargos für Libyen. Sie bohrt in Griechenlands Wirtschaftszone. Das Nato-Mitglied Türkei tut mehr für die Umgehung der europäischen Russland-Sanktionen als China. Erdogan bremst den Beitritt Finnlands und Schwedens zur Nato. Und nun will er zusammen mit dem Iran der SCO beitreten.“ Es sei Zeit für eine „robustere Türkei-Politik.“ Da niemand aus der Nato ausgeschlossen werden könne, müsse über wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen gegen die Türkei nachgedacht werden.

          Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sieht Erdogans Vorhaben als schweren Fehler und als abermaligen Versuch, von innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken. „Außenpolitisch wäre dies ein weiterer symbolischer Schritt weg vom Westen und seinen Werten – ein schwerer politischer Fehler für die Zukunft der Türkei.“

          Das Nato-Mitglied Türkei ist derzeit bereits ein so genannter „Dialogpartner“ der SCO. Zu der Gruppe gehören neben China und Russland auch Indien, Pakistan, der Iran, Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kriminelle Familie? Beim Arbeitsessen von Präsident Putin und seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush macht der vorbestrafte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin (rechts stehend), Gründer der Wagner-Privatarmee und einer Internet-Trollfabrik, die Honneurs.

          Putins Kriegsmotive : Ein Krimineller im Politiker-Kostüm

          Was ist, wenn etwas ganz anderes dahintersteckt? Ein französisches Magazin will den wahren Hintergründen für Putins Ukrainekrieg auf die Spur gekommen sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.