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Lockerungen in der Schweiz : Fast zurück in der Normalität

Spricht von „mutigen“, aber nicht „übermütigen“ Öffnungsschritten: der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch in Bern Bild: dpa

Die Schweiz schafft die Quarantänepflicht für Einreisende aus anderen Schengen-Mitgliedstaaten ab. Wer ein Impfzertifikat vorweisen kann, darf künftig auch ohne Maske Discotheken, Clubs und Konzerte besuchen.

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          Die Schweiz befreit ihre Bürger mit überraschend großen Schritten von Restriktionen, die im Kampf gegen das Coronavirus eingeführt worden waren. Der Weg nah an die ersehnte Normalität erfolgt schon an diesem Samstag. Davon profitieren auch Touristen, die ihren Sommerurlaub in den Schweizer Bergen verbringen wollen. Denn die Regierung in Bern lockerte am Mittwoch die Vorgaben für Einreisen: Wer aus anderen Schengen-Mitgliedstaaten kommt, für den fällt die Quarantänepflicht weg. Nur wer mit dem Flugzeug einreist und weder geimpft noch genesen ist, muss sich vorher auf Corona testen lassen.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Auch geimpfte und genesene Personen aus Staaten, in denen die Delta-Variante dominiert (wie zum Beispiel Indien und Großbritannien), benötigen fortan keinen negativen Test und unterliegen auch nicht der Quarantänepflicht. Dies begründet die Regierung in Bern mit den in der Schweiz eingesetzten Impfstoffen. Diese böten einen nur leicht reduzierten und damit weiterhin sehr hohen Schutz gegen die Delta-Variante. Aus Sicht des Schweizer Gesundheitsministers Alain Berset sind die Mutationen daher „nicht so besorgniserregend“, wie er am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz sagte.

          Nationales Gesundheitsamt mahnt

          Im Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) blickt man offenbar nicht ganz so entspannt auf die Delta-Variante. Dass in Israel trotz hoher Impfquoten nun wieder mehr als 100 Infizierte an einem Tag gezählt wurden, „hat uns auch aufgeschreckt“, sagte der BAG-Direktor Patrick Mathys. Man sei nun dabei, diese Fälle aufzuarbeiten, um die notwendigen Schlüsse für die Schweiz zu ziehen.

          In der Schweiz wurden bisher ausschließlich die mRNA-Impfstoffe von BionNTech und Moderna verimpft. Dabei kommt das Land nach einem holprigen Start inzwischen zügig voran. „Wir gehen davon aus, dass bis Ende Juni die Hälfte der Schweizer Bevölkerung doppelt geimpft ist“, sagte Berset, der die Bevölkerung für ihr diszipliniertes Verhalten lobte. Gefragt, ob das Risiko nicht zu groß sei, solange nicht alle geimpft seien, sagte der Minister: „Wir sehen eine gedämpfte Entwicklung der Pandemie, das erlaubt gewisse Öffnungen.“ Zugleich mahnte er, die Pandemie sei noch nicht vorbei. „Alle diese Schritte sind mutig. Aber wir dürfen nicht übermütig werden.“ Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Schweiz liegt aktuell bei 13,2 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. In Deutschland beträgt diese Kennzahl 7,2.

          In der Schweiz muss von Samstag an im Freien generell keine Maske mehr getragen werden. Die Homeoffice-Pflicht wird durch eine entsprechende Empfehlung ersetzt. Am Arbeitsplatz muss keine Maske mehr getragen werden. Die Kapazitätsbeschränkungen in Läden, Freizeitbetrieben und Sporteinrichtungen werden aufgehoben; die Maskenpflicht bleibt dort aber vorerst bestehen. In Restaurants dürfen fortan beliebig viele Personen an einem Tisch sitzen; im Innenraum müssen die Gäste aber weiterhin eine Maske tragen. Wer ein Impfzertifikat vorweisen kann, darf ohne Maske Discotheken, Clubs und Konzerte besuchen. Großveranstaltungen mit einer beliebigen Zahl von Besuchern sind erlaubt, sofern diese ein entsprechendes Zertifikat haben.

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